Manfred Fuchs stellt im mpk aus

Mit der Ausstellung „Manfred Fuchs. Künstler, Sammler, Unternehmer, Mäzen“ würdigt das mpk, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, das vielfältige Engagement des Mannheimer Unternehmers Manfred Fuchs für die Kunst. Fuchs ist nicht nur einer der herausragenden Mäzene und ein bedeutender Sammler in der Region: Er widmet sich seit seinem Ausscheiden aus der operativen Unternehmensführung bei Fuchs SE selbst mit großer Konsequenz der Malerei. Gezeigt werden im mpk vom 8. Februar bis 29. März 2026 rund 50 Malereien, Collagen und Materialbilder aus dem aktuellen künstlerischen Schaffen des Unternehmers. Gegenübergestellt werden sie zentralen Werken aus der Sammlung moderner und zeitgenössischer des Künstlers, u. a. von Willem de Kooning, Joan Mitchel und Sam Francis. Die Ausstellung wird in Kooperation mit der Galerie SEBASTIAN FATH CONTEMPORARY und dem Verein der Freunde des mpk veranstaltet. Die Erlöse aus dem Verkauf der Werke kommen anteilig dem Verein der Freunde zu Gute, der damit die Museumsarbeit des mpk unterstützt.
Es gibt wenige Menschen, die – wie Manfred Fuchs – so konsequent in zwei Welten unterwegs sind, die häufig als getrennte Sphären wahrgenommen werden: im Unternehmertum und in der Kunst. Seit seinem Ausstieg aus der operativen Unternehmensführung bei Fuchs SE, dem weltweit größten unabhängigen Anbieter innovativer Schmierstofflösungen, die er zu einem internationalen Marktführer in seiner Produktpalette gemacht hat, verfolgt er mit bemerkenswerter Konsequenz eine Laufbahn als Künstler. Er hat sich der Malerei verschrieben und eine ganz eigene Spielart des Informel profiliert, die eine hohe Wiedererkennbarkeit hat. Manfred Fuchs ist aber auch Sammler – und das seit seiner Jugend. Noch als Schüler hat er sein erstes Blatt in einem Heidelberger Antiquariat erworben. Heute nennen er und seine Frau Lilo Fuchs eine bedeutende Sammlung mit moderner und zeitgenössischer Kunst ihr Eigen. Ein außergewöhnliches Mäzenatentum rundet Fuchs‘ Engagement für die Kunst ab: Manfred Fuchs „macht“ nicht nur selbst Kunst, er ermöglicht auch die Entstehung von Kunst, indem er etwa Kunst für den öffentlichen Raum ankauft – so für den Skulpturenpark. Auch unterstützt er Museen und andere Institutionen dabei, Kunst in optimaler Weise der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen zu können.

Das mpk feiert diese in vielfältiger Weise produktive Leidenschaft für die Kunst und zeigt einen Überblick über das künstlerische Schaffen Fuchs‘ aus den letzten Jahren, darunter neue Arbeiten im Großformat. Viele der Arbeiten gehen auf Reiseeindrücke zurück, die er in aquarellierten Reisetagebüchern festhält. Die Gegenüberstellung dieser unmittelbaren Eindrücke und der realisierten Acrylmalereien ist besonders erhellend und lässt die Betrachterinnen und Betrachter in landschaftliche Atmosphären ikonischer Orte Europas eintauchen. Daneben widmet sich Manfred Fuchs – und das in jüngster Zeit verstärkt – auch der Decollage und der Arbeit mit vorgefundenen Materialien. Der Stadtraum von Mannheim ist hier seine Inspirationsquelle, wo er Streifzüge zu Plakatwänden und Litfaßsäulen unternimmt. Aber auch das Atelier, ein Ort, an dem Materialien über die Zeit ‚sedimentieren‘, ist eine Quelle für Bildwerke.
Rund 50 Werke werden in der Ausstellung bedeutenden Werken aus der Kunstsammlung des Unternehmers zur Seite gestellt. Wie bei vielen Künstlern, die selbst auch Sammler sind – das mpk wird unter dieser Perspektive im Herbst 2026 Hans Purrmanns Sammlung vorstellen – sind diese Werke für Fuchs Inspirationen für die eigene Arbeit. Mit Gemälden von Sam Francis, Willem de Kooning, Karel Appel, Joan Mitchell und Katharina Grosse hat er Positionen ausgesucht, die für sein eigene Kunstauffassung besonders bedeutsam sind.
Die Ausstellung zeigt, dass Wirtschaft und Kunst, unternehmerisches Handeln und künstlerischer Ausdruck – nicht zwei getrennte Räume und Haltungen sein müssen. Sie bietet Anlass, über das „Unternehmerische“ im Künstlertum und über das „Künstlerische“ im unternehmerischen Handeln nachzudenken. Fuchs hat seine eigenen künstlerischen Ambitionen zugunsten des Unternehmens, das sein Vater begründet hat, zurückgestellt. Umso leidenschaftlicher widmet er sein Leben nun der Kunst: als Künstler, als Sammler – und als Mäzen. Darin ist er vorbildlich, und so soll die Ausstellung wesentlich auch eine Anregung sein: zu mehr gesellschaftlichem und unternehmerischem Engagement für die Kultur. Für das mpk ist sie zugleich Anlass, die Kontakte zu Unternehmen zu stärken – auch unter der Fragestellung, wie vielfältig Kunst Unternehmen begeistern kann, ein großes, noch nicht gehobenes Potential, zu dem Museen viel beitragen können; und ein Start, um die eigene Förderkulisse in der Region zu erweitern.



Die Ausstellung wird realisiert in Kooperation mit dem Verein der Freunde des mpk und der Mannheimer Galerie SEBASTIAN FATH CONTEMPORARY. Werke aus der Ausstellung können käuflich erworben werden. Die Erlöse aus den Verkäufen kommen anteilig dem Verein der Freunde des mpk zugute, der damit die Arbeit des Museums auf vielfältige Weise unterstützt. So ist das Ausstellungsprojekt selbst von einem Fördergedanken geleitet.
Diesem Benefizgedanken entsprechend ist der Eintritt in die Ausstellung frei.

Biografie: Manfred Fuchs ist 1939 in Mannheim geboren. Nach dem Gymnasium studierte er an der Universität Mannheim von 1958 bis 1962 Betriebswirtschaftslehre, wo er 1966 promovierte. Die Unternehmerlaufbahn schlug Manfred Fuchs 1963 nach dem frühen Tod seines Vaters und Firmengründers ein. Er machte aus FUCHS den größten konzernfreien Schmierstoffhersteller der Welt sowie ein seit 1985 börsennotiertes Familienunternehmen. Manfred Fuchs wechselte 2004 in den Aufsichtsrat über, dem er bis 2017 angehörte. Neben seinem beruflichen Wirken hat sich Manfred Fuchs seit seiner Schul- und Studienzeit immer mit Malerei und Bildhauerei beschäftigt. Er besuchte vor seinem Studium die Bildhauer-Klasse der Mannheimer Akademie und lernte dort bei Gerd Dehof. Später besuchte er zeitweise die Malschule Rödel in Mannheim.

Katalog: Zur Ausstellung erscheint ein 114-seitiger Katalog mit Beiträgen von Bettina Bachem, Steffen Egle, Claudia Maria Fürst, Johan Holten, Nicola Leibinger-Kammüller und Christoph Zuschlag. Neben einer umfangreichen Einführung in das künstlerische Werk von Manfred Fuchs würdigt die Publikation das vielfältige Engagement des Unternehmers für die Kunst. Der Katalog wurde von Simone van Eldik, SUED Design, Ravensburg gestaltet und ist an der Museumskasse erhältlich.
Laufzeit: 08. Februar bis 29. März 2026
Pressegespräch: Das Pressegespräch zur Ausstellung „Manfred Fuchs. Künstler, Sammler, Unternehmer, Mäzen“ findet am Donnerstag, 05. Februar 2026, um 11:00 Uhr, statt. Das Museum lädt bereits um 10:30 Uhr zum informellen Kaffee. Um Anmeldung zum Pressegespräch wird gebeten. Individuelle Pressetermine nach Anmeldung unter s.kriebel@mpk.bv-pfalz.de; Tel. 0631 3647-211.

Eröffnung: Wir eröffnen die Ausstellung im Beisein des Künstlers Manfred Fuchs am Samstag, 07. Februar 2026, 18 Uhr. Begrüßung: Steffen Egle, Direktor mpk; Grußworte: Hans-Ulrich Ihlenfeld, Vorsitzender des Bezirkstags Pfalz; Bettina Bachem, Vorsitzende des Vereins der Freunde des mpk; Einführung: Christoph Zuschlag, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Professor für Kunstgeschichte der Moderne und der Gegenwart.

Weingenuss vom Weingut von Winning, Deidesheim.

Begleitprogramm
Künstlergespräch Manfred Fuchs
Mit Steffen Egle Do., 26.02., 18:00 Uhr

Quelle Text/Bild:
Museum Pfalzgalerie Kaiserslautren
Museumsplatz 1
67657 Kaiserslautern
www.mpk.de

Kaiserslautern, 02.02.2026