Lesetipps von der Buchhandlung „blaue Blume“ 11.04.

Roman
Bernardine Evaristo – Zuleika
London 211 n. Chr.: Zuleika lebt als Schwarzes Mädchen im pulsierenden London des Römischen Reichs. Sie ist das Kind nubischer Einwanderer, ihr gehört die Straße. Mit elf Jahren verheiratet ihr Vater sie an einen reichen Patrizier. Doch Zuleika fügt sich nicht stillschweigend in ihr Schicksal. Hartnäckig kämpft sie um Freiheit in einer Stadt, deren Gesetze von Geld, Sex und Macht bestimmt werden. Mit ihrem Roman über ein Mädchen von Heute in der Welt von Gestern verwandelt Booker-Preisträgerin Bernardine Evaristo Politik in eine guterzählte Geschichte.

Roman
Didier Eribon: Eine Arbeiterin – Leben, Alter und Sterben
Eigentlich hatte Didier Eribon sich vorgenommen, ab jetzt regelmäßig nach Fismes zu fahren. Doch seine Mutter stirbt wenige Wochen nach ihrem Umzug in ein Pflegeheim in dem kleinen Ort in der Champagne. Wie in Rückkehr nach Reims wird dieser Einschnitt zum Ausgangspunkt für eine Reise in die Vergangenheit. Er legt schonungslos dar, wie sehr die Politik, aber auch die Philosophie, ja wir alle die skandalöse Situation vieler alter Menschen lange verdrängt haben. Zugleich erweist er sich erneut als großer Erzähler. Er kauft ein Dialekt-Wörterbuch, um noch einmal die Stimme seiner Mutter im Ohr zu haben. Es gelingt ihm, das Porträt einer untergegangenen Welt, des Milieus der französischen Arbeiterklasse mit ihren Sorgen, ihrer Solidarität, ihren Vorurteilen aufzufächern.



Erinnerung
Kurt Tallert – Spur und Abweg
Bei der Geburt seines Sohnes 1986 ist Harry Tallert 58 Jahre alt. Er stirbt zwölf Jahre später. Als junger Mann wurde er von den Nazis als sogenannter Halbjude verfolgt. Seinem Sohn Kurt bleiben Erinnerungen, Notizen, Briefe, Fotos – Spuren eines beschädigten Lebens. Diese Spuren führen ihn ins Bad Honnef seiner Kindheit, quer durch die ganze Republik und schließlich zu seiner jüdischen Urgroßmutter Berta. Er fragt sich, was das alles mit ihm zu tun hat und führt uns vor Augen, dass Erinnern oder Vergessen nicht für alle Gegenstand einer eigenen Entscheidung ist.

Kinderbuch
Edward van de Vendel/Anoush Elman – Mischka
Roya musste mit ihren Eltern und ihren drei älteren Brüdern aus Afghanistan fliehen. Doch jetzt sind sie endlich angekommen, haben eine permanente Aufenthaltserlaubnis, eine eigene Wohnung und müssen nicht mehr dauernd umziehen. Und mit dem weißen Zwergkaninchen Mischka bekommt Roya das Haustier, das zu ihrem Glück noch fehlt. Ihm vertraut Roya die Erlebnisse der Flucht an. Für manches muss sie ihre Brüder fragen, weil sie sich nicht an alles erinnern kann. So fängt die Familie zum ersten Mal nach der Flucht an, darüber zu sprechen, was ihnen widerfahren ist. Und ihnen wird bewusst, dass sie nun in Sicherheit sind. Als Mischka ausbüchst, setzen Roya und ihre Brüder Himmel und Erde in Bewegung, um das Zwergkaninchen wiederzufinden. (ab 8)

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Quelle Text/Bild:
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Kaiserslautern, 11.04.2024