Der Hölle entkommen – „Gurs“-Ausstellung in Bad Dürkheim

Die Wanderausstellung „Gurs 1940. Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden“ macht vom 8. Oktober bis 30. November Station im Stadtmuseum im Kulturzentrum Haus Catoir in Bad Dürkheim, Römerstraße 20. Eröffnet wird sie am Sonntag, 8. Oktober, um 16 Uhr. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Christoph Glogger stellt Museumsleiterin Dr. Britta Hallmann-Preuß die Ausstellung vor. Der ehemalige Musiklehrer Clemens Schmitt trägt Stücke von Hans Ebbecke vor, die in Gurs erklungen sind. Hans Ebbecke, der mit seiner Frau Anni Ebbecke-Blum die Verfolgung in der NS-Zeit überlebt hat, organisierte in Gurs Konzerte in der Kulturbaracke und schenkte den Internierten damit glückliche Stunden inmitten des Elends. Das Stadtmuseum im Haus Catoir ist dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet (Eintritt frei); insbesondere Schulklassen sollten sich anmelden unter stadtmuseum@bad-duerkheim.de.

Die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz (GHWK) hat die Ausstellung in deutscher und französischer Sprache erarbeitet. Sie zeigt den Ablauf der Deportation und das Verhalten der lokalen Bevölkerung. Sie beschreibt die furchtbaren hygienischen Zustände im Lager Gurs anhand von Berichten, Fotos und Zeichnungen der dort internierten Menschen. Außerdem beleuchtet sie die Zusammenarbeit der Vichy-Regierung und der Nationalsozialisten. Weitere Kapitel widmen sich der Erinnerungskultur und der Aufarbeitung.



Am 22. Oktober 1940 beginnt die Gestapo in Baden, in der Pfalz und im Saarland mit der Deportation jüdischer Bürgerinnen und Bürgern. Mehr als 6.500 Menschen werden von den Nazi-Schergen abgeholt, unter ihnen über 560 Kinder. Mit neun Eisenbahnzügen werden sie ins Lager Gurs in Südfrankreich gebracht. Für viele ist dies nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach Auschwitz. Dank mutiger Retterinnen und Retter konnten mehr als 400 Kinder und Jugendliche gerettet werden, oft buchstäblich in letzter Minute.

Die Ausstellung entstand im Auftrag und mit Unterstützung der Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland sowie der Arbeitsgemeinschaft zu Unterhalt und Pflege des Deportiertenfriedhofs in Gurs, in der badische Städte und Gemeinden sowie der Bezirksverband Pfalz zusammengeschlossen sind. Das Projekt wurde vom Auswärtigen Amt unterstützt. Bei der Konzeption der Ausstellung hat die Gedenk- und Bildungsstätte eng mit französischen Partnern zusammengearbeitet. Die Schau ist von Pfälzer Städten, Gemeinden, Museen und Initiativen kostenfrei beim Bezirksverband Pfalz buchbar (Telefon 0631 3647-166 und a.pfenninger@bv-pfalz.de). Weitere Infos unter https://www.bv-pfalz.de/gedenken-erinnern/80-jahre-gurs/.

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Quelle Text/Bild:
Bezirksverband Pfalz
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Bismarckstraße 17
67655 Kaiserslautern

www.bv-pfalz.de

Kaiserslautern, 28.09.2023

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