Junge Wissenschaftler als Botschafter der Region – Sparkasse Kaiserslautern ehrt TU-Absolventen

Ausdauer würde früher oder später belohnt, zitierte Hartmut Rohden, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Kaiserslautern, ein Dichterwort und wandte sich damit an die Universitäts-Absolventen, die bei der 37. Preisverleihung der Sparkassen-Stiftung für die Technische Universität Kaiserslautern ausgezeichnet wurden. Er ermunterte die Preisträger, diese Auszeichnung als Mehrwert für sich selbst zu erkennen und zu nutzen. Das Preisgeld sei „zwar ein schönes Zubrot“, viel mehr wiege aber die Urkunde, die die außergewöhnlichen Leistungen der jungen Wissenschaftler belegten. Der hohe Wert werde sich bei Bewerbungen, bei Forschungsanträgen und sicher auch bei einer eventuellen Existenzgründung als hilfreich erweisen, gab Rohden einen deutlichen Fingerzeig den Absolventen mit auf ihren Weg. Auch die Gesellschaft im Allgemeinen habe etwas von den Leistungen, so Rohden: „Wir freuen uns auf Sie und benötigen Sie!“ Mit über 760 Stiftungen und gut 1,7 Milliarden Euro Preisgeld sei die Sparkassen-Organisation Deutschlands größter Förderer, merkte Rohden an.



Landstuhls Stadtbürgermeister Ralf Hersina sprach als weiterer stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats und des Stiftungskuratoriums der Sparkasse Kaiserslautern den Geehrten seine Anerkennung aus. „Ihre heute ausgezeichneten Arbeiten sind etwas ganz Besonderes“, sagte er an die Absolventen gerichtet. Er zeigte sich beeindruckt vom breiten Spektrum der Ergebnisse in den einzelnen Fachrichtungen und in wie viele unterschiedliche Bereiche diese hineinwirkten. Es sei deutlich geworden, dass die Arbeiten „Auswirkungen auf unser Leben in naher oder ferner Zukunft haben“. Damit sei wieder belegt, dass „die TU einen sehr guten Namen über die Region hinaus hat“ und Wertschätzung erfahre. „Was Sie hier angefangen haben, das ist unser aller Zukunft“, rief Hersina den Jungakademikern zu und forderte sie auf, als Botschafter diese Auszeichnung hinaus zu tragen.
Professor Dr. Werner Thiel, Vizepräsident für Forschung und Technologie der TU Kaiserslautern, bekannte seine Freude darüber, dass die Preisverleihung der Stiftung wieder „live und vor Ort stattfinden“ könne. Die Auszeichnung sei eine große Ehre für die jungen Wissenschaftler und sei für sie sinnstiftend mit Blick auf Forschungsvorhaben oder Jobs. Dieser Preis werde „den jungen Leuten den Weg ebnen“, wobei er hoffe, dass sie weiter an der Technischen Uni in Kaiserslautern blieben. Wer so ausgezeichnet wurde, werbe damit auch für die TU, sagte Thiel. Gleichzeitig hob er auch das unabdingbare „Commitment der betreuenden Kollegen“ hervor. Zusammen mit Professor Dr. Arnd Poetzsch-Heffter, Präsident der Technischen Universität Kaiserslautern, übergab Thiel die Urkunden. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung im Deutschordensaal von Sage Raymond am Klavier, sie ist Schülerin von Jessica Riemer an der Kreismusikschule.
In diesem Jahr hat das Stiftungskuratorium sechs Masterarbeiten, eine Bachelorarbeit und zwei Promotionen als preiswürdig ausgewählt und mit jeweils 350 Euro bzw. 500 Euro und je einer Urkunde bedacht. Die Stiftung verfügt über ein Kapital von 250.000 Euro, aus dem jährlich Innovationen in Wissenschaft und Forschung bei der Technischen Universität Kaiserslautern gefördert werden. Besonderes Augenmerk haben dabei Forschungsprojekte, die der heimischen Industrie und Wirtschaft dienen. Bislang wurden insgesamt seit Bestehen der Stiftung 249.500 Euro an Preisgeld ausgereicht.
Jonas Müller (Fachbereich Biologie) hat sich in seiner Masterarbeit im Bereich der Pflanzentechnologie mit Botenstoffen beschäftigt und nachgewiesen, dass bestimmte Reaktionen von einander entkoppelt ablaufen. Diese Erkenntnis hilft, Pflanzen künftig robuster und weniger wachstumsgehemmt zu machen. In seiner begonnen Dissertationsarbeit wird er dies ausführen, wie Betreuer Dr. David Scheuring ankündigte.
Hanna Becker (Fachbereich Chemie) konnte in ihrer Masterarbeit am Menschen nachweisen, dass bei Aufnahme bestimmter Fruchtsaftkonzentrate wie Aronia, Granatapfel und Cranberry die Probanden Fettmasse abbauten ohne ihr Gewicht zu verringern. Mit Industriebeteiligung werde Becker weiterforschen, sagte Betreuerin Prof. Dr. Elke Richling.
Jonas Ney (Fachbereich Elektro- und Informationstechnik) erhielt den Preis der Stiftung für seine Masterarbeit, in der er sich mit automatischer Texterkennung beschäftigte und wie dieser Vorgang möglichst energieeffizient von statten gehen kann. Er konnte einen Weg aufzeigen, wie z.B. Bibliotheken bei automatisierten Textscans über zweihundertmal weniger Energie verbrauchen werden. Der Doktorand werde an der TU bleiben, freute sich Betreuer Prof. Norbert Wehn.
Vera Marie Memmesheimer (Fachbereich Informatik) beschäftigte sich in ihrer Masterarbeit mit Fragen der Interaktion Mensch-Maschine und setzte dabei Methoden der Cross Reality (Augmented Reality) ein. Sie konnte messen, dass die sogenannte kognitive Last für den Menschen ansteigt; Ziel müsse es aber sein, diese so gering wie möglich zu halten, denn die Technik solle unterstützend wirken, erläuterte Betreuer Prof. Dr. Achim Ebert.
Justus Arweiler (Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik) hatte sich in seiner Bachelorarbeit die Frage gestellt, ob man eine Methode entwickeln kann, mit der man in flüssigen Mischungen deren Inhalt bestimmen kann, obwohl man nicht weiß, was und wieviel davon enthalten ist. Mithilfe von maschinellem Lernen hat er eine automatisierende Folie entwickelt, die er in der Masterarbeit weiterbearbeitet, sagte Betreuer Prof. Fabian Jirasek.
Philipp Seufert (Fachbereich Mathematik), beschrieb in seiner Masterarbeit mathematisch, wie statische Versuchsplanungen angelegt werden können und setzte dabei auf Erkenntnisse der Künstlichen Intelligenz-Forschung. Solche Versuchsplanungen werden bspw. in der chemischen Industrie eingesetzt. Über weitere Erkenntnisse des Doktoranden freute sich Betreuer Prof. Dr. K.-H. Küfer.
Dr. Alexander Hein (Fachbereich Physik) entwickelte in seiner Dissertation einen optisch steuerbaren Filter, der bei der minimalinvasiven Endoskopie eingesetzt werden kann. Damit könne die Lichtsituation bei der Anwendung verändert werden, wodurch ein behandelnder Arzt exaktere Beobachtungen machen kann. Heins Arbeit habe mittlerweile internationale Aufmerksamkeit erhalten, so Betreuer Prof. Egbert Oesterschulze.
Dr. Dominik Frankenberg (Fachbereich Raum- und Umweltplanung) untersuchte in seiner Dissertation die Struktur des kommunalen Finanzausgleichs und konzentrierte sich dabei nicht wie üblich auf die Verteilung der Gelder sondern stellte ein System auf, nach dem aufgabenadäquate Einzahlungen organisiert werden können. Das in Nordrhein-Westfalen erprobte Verfahren empfahl Betreuer Prof. Martin Junkernheinrich Rheinlad-Pfalz zur Nachahmung.
Elena Brusius (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften) beschrieb in ihrer Masterarbeit, wie es bei Firmen intern gelingen könnte, die Mitarbeiter zu Verantwortungsübernahme und strategischem Handeln zu bewegen. Sie schlug dabei ein klar bestimmtes Framework vor, das besonders auch für mittelständische Unternehmen von Bedeutung sein dürfte, sagte Betreuerin Prof. Tanja Rabl.

 

Foto (v.li.):
Hartmut Rohden, stv. Vorstandsvorsitzender Sparkasse Kaiserslautern, Ralf Hersina, weiterer stellv. Vorsitzender Verwaltungsrat Sparkasse Kaiserslautern, Jonas Ney, Dr. Alexander Hein, Jonas Müller, Justus Arweiler, Dr. Dominik Frankenberg, Philipp Seufert, Hanna Becker, Elena Brusius, Vera Marie Memmesheimer, Professor Dr. Arnd Poetzsch-Heffter, Professor Dr. Werner Thiel

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Kaiserslautern, 21.07.2021