Windradstandorte im Otterberger Wald besucht

Pfälzische Windkraftgegner u. a. Vertreter des Bündnisses Energiewende für Mensch & Natur e.V., der Initiative Pro Pfälzerwald e.V. und der Naturschutzinitiative Pfalzwald e.V. sowie der Bürgerinitiative Messerschwanderhof-Otterberg „gegen Windkraft im Otterberger Wald“ besuchten am Samstag, dem 25.7. anlässlich ihres Treffens in Schneckenhausen, den Otterberger Wald.
Vom Waldeingang an der „Beton- bzw. Hochstraße“ (L 387 Otterberg-Höringen) bis zu der Grillhütte am Grafenthalerhof (L 382 Otterberg-Schneckenhausen) erwanderten sie die von Juwi und Gaia geplanten Windradstandorte im Otterberger Staatsforst auf einer Strecke von etwa fünf Kilometern.



Die Gruppe begeisterte sich für die Schönheit und Vielfalt des Waldes und äußerte ihr völliges Unverständnis dafür, dass das Grüne Umweltministerium bzw. Landesforsten bereit sind, diesen wichtigen Naherholungswald der Windkraftindustrie zu überlassen und zwar obwohl der Otterberger Stadtrat sich bisher gegen das Projekt ausgesprochen hat.

Schon nach knapp 600 Metern von der Kreisstraße aus gemessen, wurde der erste Standort (Gaia) links der Forststraße, die auch später als Zufahrtsweg dient, erreicht. Das Windrad würde zum in nördlicher Richtung gelegenen Messerschwanderhof etwa einen Abstand von 580 Metern halten. Am Standort herrscht Laub-Nadelholz-Mischwald vor. Auch befinden sich nahebei, beidseits der Straße, mehrere keltische Hügelgräber, mehr als 2000 Jahre alt, zu welchen Uwe Anhäuser, Vorstand des o. a. Bündnisses und Fachbuchautor über keltische Kultur, Erläuterungen gab.
Auf der Straße 300 Meter weiter befindet sich ungefähr in Höhe der Sitzbank unter den Esskastanien (rechts des Asphaltweges) ein Gaia-Standort und nochmals 300 Meter weiter links des Weges einer von Juwi – ebenfalls in gesundem Laubwald.
An der vorerwähnten Bank bog man dann rechts in den Nadelwald ein, wo man nach ungefähr 400 Metern auf einen weiteren Juwi-Windradstandort – im Umfeld des Hochsitzes – traf.
Von dort gelangte man über den Hinkelsteinweg, vorbei an zahlreichen Nestern der geschützten roten Waldameise und an denkmalgeschützten Grenzsteinen, nach einem knappen Kilometer zum Hünen- bzw. Hinkelstein. Vorgeschichtsfachmann Anhäuser unterrichtete auch hier die Gruppe über die Herkunft und Bedeutung des Menhirs aus der Jungsteinzeit (6000 bis 1500 v. Chr.).
Am Hünenstein selbst sind keine Windräder geplant, dafür aber eines in knapp 500 Meter Luftlinie nach Nordosten (Gaia) an der Gemarkungsgrenze Otterberg-Schneckenhausen und je eines von Juwi und Gaia 350-400 Meter Luftlinie nach Südwesten an der Hangkante zum „Dragonerloch“ – ebenfalls in einem Laubmischwald mit teils sehr alten Buchen.
Dorthin führte dann auch der weitere Weg. Schon gleich 50 Meter hinter der Kreuzung am Lenhardstein bog man vom Schotterweg rechts in einen schönen Gras bewachsen Waldweg ein. Hier würde man dann nach ungefähr 300 Metern rechts etwas tiefer im Wald, bzw. was davon noch steht, später die vorgenannten Windmühlen, d. h. entweder eine von Juwi oder eine von Gaia oberhalb des Dragonerlochs antreffen. Als Zufahrt müsste wohl der schöne, heute vielleicht drei Meter breite Waldweg herhalten.
Durch teils hohe alte Buchenwaldbestände erreicht man nach 500 Metern etwas absteigend und hinter einer Linkskurve einen Windradstandort von Juwi (rechts vom Weg). Etwa 150 Meter weiter befindet sich das artenreiche Quellgebiet eines Baches der dem Grafenthaler Bach zufließt.
Von hier folgte man bergab dem Bach und erreichte in ungefähr 1 Kilometer Entfernung den Grafenthalerhof.
Drei potenzielle Windradstandorte am Weidensohl, davon eines ziemlich nahe an der Rundhütte, eines 300 Meter nordwestlich und eines 300 m südöstlich davon (580 Meter östlich des Birotshofs), konnten angesichts der fortgeschritten Zeit nicht mehr angesteuert werden.
Die lokalen Windkraft-Gegner bieten die komplette Tour der interessierten Öffentlichkeit bei Bedarf weiterhin Samstagsnachmittags (15 – 17 Uhr, ab 10 Personen) an. Melden Sie sich an unter: hegesib23@t-online.de.
Am Mittwoch dem 12.08. und am Donnerstag den 13.8. finden ab 18:30 Uhr in der Stadthalle Otterberg Bürger-Informationsveranstaltungen zu den Windpark-Planungen im Otterberger Wald statt. Projektierer und Windkraftgegner werden dort aufeinander treffen.

Uwe Anhäuser vom Bündnis Energiewende für Mensch & Natur e.V., referiert vor Windkraftgegnern über die Bedeutung des Hinkelsteines aus der Jungsteinzeit. Im Umkreis von 500 Metern des Menhirs sind mehrere Windräder geplant.

 

Foto: Buchenwald am Bruchberg. Dort ist ein Windrad geplant.
Fotos Sibylla Hege

Sibylla Hege
Bürgerinitiative „Gegen Windkraft im Otterberger Wald“ Messerschwanderhof-Otterberg
Messerschwanderhof 2, 67697 Otterberg, 0151 171 34707 oder 06301 794928, hegesib23@t-online.de

Quelle Text:
Sibylla Hege
Bürgerinitiative „Gegen Windkraft im Otterberger Wald“ Messerschwanderhof-Otterberg
Messerschwanderhof 2
67697 Otterberg

Otterberg, 31.07.2020