Bevölkerung steigt auf annähernd 4,1 Millionen – Kaiserslautern über 100.000 Einwohner

Zum Jahreswechsel 2019/2020 lebten nach Angaben des Statistischen Landesamts 4.093.903 Menschen in Rheinland-Pfalz, rund 9.100 mehr als ein Jahr zuvor. Damit ist die Bevölkerungszahl des Landes im achten Jahr in Folge gestiegen und erreicht einen neuen Höchststand. Grund für den erneuten Anstieg ist, dass auch im vergangenen Jahr deutlich mehr Menschen über die Landesgrenzen zu- als fortzogen. Der sogenannte Wanderungsüberschuss fiel mit rund 20.400 Personen zwar etwas geringer aus als im Vorjahr (22.500 Personen), konnte allerdings das Geburtendefizit (rund minus 10.400 Personen) erneut mehr als ausgleichen. Wie in den vorangegangenen Jahren auch, lag die Zahl der im Jahr 2019 Gestorbenen (rund 47.600 Personen) deutlich über der Zahl der Lebendgeborenen (rund 37.200 Kinder). Die übrigen Bestandsveränderungen (rund minus 900 Personen) sind im Wesentlichen auf Korrekturmeldungen der Meldeämter zurückzuführen, mit denen zu einem früheren Zeitpunkt, das heißt auch in Vorjahren, übermittelte Angaben über Zu- und Fortzüge richtiggestellt wurden.



Ausländerinnen und Ausländer

Die Anzahl der in Rheinland-Pfalz lebenden Ausländerinnen und Ausländer stieg gegenüber dem 31. Dezember 2018 um rund 17.500 und gegenüber dem Stichtag der Volkszählung im Mai 2011 um mehr als 198.200 auf nunmehr etwa 470.200. Ihr Anteil an der Bevölkerung lag damit zum Jahreswechsel 2019/2020 bei 11,5 Prozent. Demnach besitzt mehr als jede neunte Rheinland-Pfälzerin bzw. mehr als jeder neunte Rheinland-Pfälzer nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Gegenüber dem Vorjahr ist der Ausländeranteil um 0,4 Prozentpunkte und gegenüber dem Stichtag der Volkszählung am 9. Mai 2011 um 4,7 Prozentpunkte gestiegen.

Altersstruktur

Auch die Altersstruktur der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer hat sich zum Teil deutlich verändert. Gegenüber dem 9. Mai 2011 sank die Zahl der unter 20-Jährigen um 1,2 Prozent auf unter 748.000. Rund 2.445.600 Personen entfallen aktuell auf die Altersgruppe der 20- bis unter 65-Jährigen; das sind 1,0 Prozent mehr als zum Zeitpunkt der jüngsten Volkszählung. 65 Jahre und älter sind rund 900.300 Menschen, 10,9 Prozent mehr als am 9. Mai 2011.

Bevölkerungsentwicklung regional

In den vergangenen Jahren ist – in Summe gesehen – die Bevölkerungszahl der kreisfreien Städte deutlich stärker angestiegen als die der Landkreise. Die Bevölkerungszahl der kreisfreien Städte wuchs seit dem Zensus 2011 um 6,0 Prozent. In Ludwigshafen, Mainz und Landau in der Pfalz waren die seitdem zu beobachtenden Bevölkerungszuwächse mit 9,3 Prozent, 9,1 Prozent bzw. 8,1 Prozent am stärksten ausgeprägt. Annähernd konstant blieb die Einwohnerzahl in Zweibrücken. Rückläufig war sie in dem rund achteinhalb Jahre umfassenden Zeitraum in der kreisfreien Stadt Pirmasens, die 1,6 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner verlor. In den Landkreisen lag die Einwohnerzahl im Durchschnitt um 1,5 Prozent höher als am Zensusstichtag. Den stärksten Bevölkerungsgewinn gab es im Landkreis Mainz-Bingen und im Rhein-Pfalz-Kreis (5,4 bzw. 5,3 Prozent), die höchsten Rückgänge waren in den Landkreisen Südwestpfalz und Kusel (minus 3,7 Prozent bzw. minus 3,5 Prozent) zu verzeichnen.

Die Zahlen zum 31. Dezember 2019 stammen aus der Statistik der laufenden Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus 2011. In diese Berechnungen fließen Ergebnisse der Statistiken der Geborenen und Gestorbenen sowie der Wanderungsstatistik ein. Die Zensusergebnisse zum Stichtag 9. Mai 2011 wurden für die hier aufgeführten Regionalvergleiche auf den Gebietsstand zum 31. Dezember 2019 umgerechnet.

Autor: Britta Müller (Referentin Bevölkerung, Zensus, Verwaltungsstelle Mortalität)

Quelle Text/Bild:
Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
Mainzer Straße 14-16
56130 Bad Ems

www.statistik.rlp.de

Kaiserslautern, 18.06.2020