Politik Attraktiver Machen e. V. verleiht seinen Sonderpreis für demokratisches Engagement erst zum zweiten Mal – Inszenierung von „Die Welle“ überzeugt durch eindrucksvolle Auseinandersetzung mit Demokratie, Ausgrenzung und gesellschaftlicher Verantwortung.
Für sein besonderes Engagement für Demokratie und politische Bildung ist das Theater-Additum des Heinrich-Heine-Gymnasiums Kaiserslautern unter der Leitung der Schauspielerin Hannelore Bähr mit dem Sonderpreis für demokratisches Engagement des Vereins Politik Attraktiver Machen e. V. (PAM) ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurde insbesondere die eindrucksvolle Inszenierung von „Die Welle“, mit der sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit Gruppendruck, Ausgrenzung, Mitläufertum und Zivilcourage auseinandersetzten. Der Preis ist mit 250 Euro für die weitere Theaterarbeit sowie einem gemeinsamen Theaterbesuch dotiert.
Zur feierlichen Preisverleihung kamen neben den Schülerinnen und Schülern der elften und zwölften Jahrgangsstufe auch die Schulleiterin Eva Wenzel-Staudt, die Oberbürgermeisterin der Stadt Kaiserslautern, Beate Kimmel, sowie Mitglieder des Kaiserslauterer Stadtrates zusammen. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Schulleiterin Eva Wenzel-Staudt. Oberbürgermeisterin Beate Kimmel würdigte die Auszeichnung und das Engagement der Jugendlichen in einem Grußwort. Ebenfalls anwesend war Frau Barth, Leiterin der Schule für Hochbegabtenförderung/Internationale Schule am Heinrich-Heine-Gymnasium.
Für PAM hat die Auszeichnung eine besondere Bedeutung. Der Verein, der 2019 aus dem Engagement junger Menschen in Kaiserslautern hervorgegangen ist, vergibt den Sonderpreis bewusst nur in Ausnahmefällen. Es war erst die zweite Verleihung seit Bestehen der Auszeichnung. „Wir vergeben diesen Preis nur dann, wenn uns ein Projekt wirklich begeistert und packt und wenn Demokratiebildung nicht nur irgendwo draufsteht, sondern im Fundament des Projekts steckt“, erklärte Moritz Behncke, Gründer von Politik Attraktiver Machen e. V., bei der Preisverleihung.
Mit der Wahl von „Die Welle“ griff das Theater-Additum einen Stoff auf, dessen zentrale Fragen angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen besondere Relevanz besitzen. Das Stück zeigt, wie aus Gemeinschaft Konformität, aus Zugehörigkeit Ausgrenzung und aus einem gemeinsamen „Wir“ schließlich ein „Wir gegen die anderen“ entstehen kann. Vor dem Hintergrund eines rauer werdenden politischen Diskurses und der wachsenden Sichtbarkeit rechtsextremer Positionen gewinnt die Auseinandersetzung junger Menschen mit den Mechanismen von Ausgrenzung, Autoritarismus und Mitläufertum zusätzlich an Bedeutung.
Nach Auffassung des Vereins überzeugte die Theatergruppe gerade dadurch, dass sie ihrem Publikum keine fertigen politischen Antworten vorgab. Stattdessen machte die Inszenierung die zugrunde liegenden Mechanismen unmittelbar erfahrbar und stellte die Zuschauerinnen und Zuschauer vor eine ebenso einfache wie unbequeme Frage: Wie hätte ich mich verhalten? „Ihr habt diese Themen nicht einfach erklärt, sondern ihr habt sie erlebbar gemacht. Genau das ist für uns Demokratiebildung“, würdigte Behncke die Arbeit der Schülerinnen und Schüler.
Die Auszeichnung gilt dabei nicht allein der Aufführung auf der Bühne, sondern ebenso dem Engagement und der intensiven Arbeit dahinter. Neun Schülerinnen und Schüler wirkten im Theater-Additum an der Inszenierung mit. Unterstützt wurden sie von drei weiteren Schülern aus dem Technik-Additum unter der Leitung von Matthias Möller, die für die technische Umsetzung der Produktion sorgten. Damit war „Die Welle“ auch das Ergebnis einer Zusammenarbeit verschiedener Bereiche der Schule. PAM dankte allen beteiligten Schülerinnen und Schülern sowie dem Heinrich-Heine-Gymnasium für den Raum, den die Schule solchen Projekten gibt. Besonderer Dank galt Hannelore Bähr, die das Theater-Additum leitet und die Inszenierung gemeinsam mit den Jugendlichen erarbeitete.
Mit dem Sonderpreis würdigt Politik Attraktiver Machen e. V. das Theater-Additum des Heinrich-Heine-Gymnasiums für sein „bemerkenswertes Engagement für die Demokratie, insbesondere durch die eindrucksvolle Inszenierung von ‚Die Welle‘“. Die 250 Euro Preisgeld sollen nun unmittelbar der weiteren Theaterarbeit zugutekommen; zusätzlich dürfen sich die Schülerinnen und Schüler auf einen gemeinsamen Theaterbesuch freuen.
Quelle Text/Bild:
Politik Attraktiver Machen e.V.
Moritz Behncke
67661 Kaiserslautern
www.pamrlp.de/impressum/
02.10.2026
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