Am Samstag, dem 26. September 2026, feiern die Bundespolizeiinspektionen Saarbrücken und Kaiserslautern auf dem Schlossplatz in Zweibrücken gemeinsam das 75-jährige Bestehen der Bundespolizei.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) würdigt dieses Jubiläum und insbesondere die herausragenden Leistungen der Beschäftigten. Für unbeschwerte Feierlaune besteht aus Sicht der GdP-Bundespolizei Saarland und Kaiserslautern jedoch kein Anlass. Zu groß sind die personellen, materiellen und organisatorischen Probleme, mit denen die Kolleginnen und Kollegen täglich konfrontiert werden.
Bereits die Tatsache, dass zwei Bundespolizeiinspektionen gemeinsam feiern und dabei zusätzlich durch Personal aus anderen Bereichen unterstützt werden müssen, zeigt nach Auffassung der GdP, wie angespannt die Personalsituation inzwischen ist. Keine der beiden Dienststellen verfügt allein über ausreichende Kapazitäten, um neben der Bewältigung ihrer täglichen Aufgaben eine solche Veranstaltung aus eigener Kraft auszurichten.
„Wir feiern 75 Jahre Bundespolizei und damit vor allem 75 Jahre engagierten Einsatz unserer Kolleginnen und Kollegen für die Sicherheit der Menschen. Diesen Beschäftigten gebühren Dank, Anerkennung und Respekt. Gleichzeitig dürfen wir nicht darüber hinwegsehen, dass viele von ihnen seit Jahren an oder sogar über ihrer Belastungsgrenze arbeiten“, erklärt Werner Berger, Vorsitzender der GdP-Bundespolizei Saarland.
Die Aufgaben der Bundespolizei sind in den vergangenen Jahren erheblich gewachsen. Grenzkontrollen, bahnpolizeiliche Aufgaben, Luftsicherheit, internationale Einsatzlagen, Großveranstaltungen und der Schutz kritischer Infrastruktur verlangen den Beschäftigten immer mehr ab. Die personelle und materielle Ausstattung ist mit dieser Entwicklung aus Sicht der GdP nicht ausreichend Schritt gehalten. Hinzu kommen teilweise unbefriedigende Liegenschaftsbedingungen und fehlende personelle Reserven.
Carsten Sottong, Vorsitzender der GdP-Bundespolizei Kaiserslautern, erklärt: „Wenn für eine Jubiläumsveranstaltung Kräfte aus anderen Bereichen herangezogen werden müssen, obwohl diese dort selbst dringend gebraucht werden, ist das ein deutliches Warnsignal. Eine Bundespolizei, die immer mehr Aufgaben übernehmen soll, benötigt auch das dafür notwendige Personal, eine moderne Ausstattung und Liegenschaften, die den Anforderungen des täglichen Dienstes entsprechen.“
Die GdP-Kreisgruppen Saarland und Kaiserslautern stellen klar: Ihre Kritik richtet sich nicht gegen die gemeinsame Veranstaltung oder gegen die Beschäftigten, die diese mit großem persönlichem Engagement vorbereitet haben. Gerade ihr Einsatz verdient Anerkennung. Die Veranstaltung macht jedoch exemplarisch sichtbar, unter welchen schwierigen Bedingungen die Bundespolizei inzwischen vielfach arbeitet.
„Ein Jubiläum darf sich nicht in Rückblicken, Festreden und schönen Bildern erschöpfen“, betonen Werner Berger und Carsten Sottong gemeinsam. „Wer die Leistungen der Bundespolizei und ihrer Beschäftigten ernsthaft würdigen will, muss für eine nachhaltige personelle Verstärkung, eine zeitgemäße Ausstattung, verlässliche Dienstplanung und bessere Arbeitsbedingungen sorgen. Anerkennung muss sich in konkretem politischen Handeln zeigen.“
Die GdP-Kreisgruppen Saarland und Kaiserslautern fordern deshalb:
– eine dauerhafte und bedarfsgerechte personelle Verstärkung beider Bundespolizeiinspektionen,
– ausreichend Personalreserven für zusätzliche Einsatzlagen und Veranstaltungen,
– eine moderne und in ausreichender Zahl verfügbare Ausstattung,
– die Verbesserung unzureichender Liegenschaftsbedingungen,
– verlässliche Dienstpläne und eine spürbare Entlastung der Beschäftigten sowie- eine vollständige personelle und finanzielle Unterlegung neuer und zusätzlicher Aufgaben.
Quelle Text/Bild:
Gewerkschaft der Polizei – Bezirk Bundespolizei | Zoll
GdP-Kreisgruppe Kaiserslautern
Forststraße 3a
40721 Hilden
www.gdp.de
Kaiserslautern, 25.09.2026










