In ganz Deutschland häufen sich die Fälle, in denen Hunde bei sommerlichen Temperaturen im heißen Auto zurückgelassen wurden. Dank des schnellen Eingreifens von Polizei und Feuerwehr konnte meist das Schlimmste verhindert und die Vierbeiner aus dem Backofen auf vier Rädern befreit werden. Für einige Hunde kam jedoch jede Hilfe zu spät, sie starben an den Folgen der Überhitzung. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. hat die „Hund im Backofen“-Fälle gezählt und ist wieder einmal zu einem alarmierenden Ergebnis gekommen: Nicht selten sind es fehlende Einsicht und mangelndes Verantwortungsbewusstsein der Halter:innen, die die Vierbeiner in lebensgefährliche Situationen bringen.
In der Zeit von April bis Mitte August 2026 mussten mindestens 48 Hunde und eine Katze in 40 Städten aus einem überhitzten Auto befreit werden. Für vier Hunde wurde das Auto zur Todesfalle, sie wurden bereits leblos geborgen oder starben trotz anschließender medizinischer Notversorgung in einer Tierklinik an den Folgen der Überhitzung. Die Dunkelziffer der im Auto zurückgelassenen Tiere wird weitaus höher sein, denn TASSO betrachtet hier nur die Fälle, über die in der Presse berichtet worden ist. Um die dramatischen Bedingungen im Fahrzeuginneren greifbar zu machen, hat ein TASSO-Mitarbeiter einen Selbstversuch gestartet und sich bei 25 Grad Celsius Außentemperatur in ein Auto gesetzt. Bereits nach drei Minuten wurde die Hitze unerträglich und nach 14 Minuten musste das Experiment abgebrochen werden, der Mitarbeiter war erschöpft und schweißgebadet. Für Vierbeiner kann solch eine Situation noch viel schneller kritisch werden: Anders als Menschen können Hunde und Katzen kaum schwitzen. Sie kühlen sich vor allem durch das Hecheln ab, verlieren dabei jedoch viel Flüssigkeit. Im schlimmsten Fall droht ein Hitzschlag, bei dem lebenswichtige Organe versagen.
Hund in Notsituation: Helfen Sie! TASSO gibt rechtliche Tipps
Ob aus Unwissenheit oder Verantwortungslosigkeit – es ist ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Hundeverordnung, einen Vierbeiner im heißen Auto leiden zu lassen. „Je nach Schwere und Grad des Verschuldens drohen den Halterinnen und Haltern erhebliche Bußgelder, eine Geldstrafe oder möglicherweise auch eine Freiheitstrafe von bis zu drei Jahren. Darüber hinaus kann ein befristetes oder lebenslängliches Tierhaltungs- und Betreuungsverbot verhängt werden“, sagt die für TASSO tätige Rechtsanwältin Gianna Chiappa. Sie erklärt, welche Maßnahmen tierliebe Menschen ergreifen können, wenn sie an einem warmen Tag einen Hund in einer Notsituation im Auto entdecken:
- Zunächst sollte versucht werden, die Halterin oder den Halter ausfindig zu machen, etwa mithilfe einer Durchsage auf dem Geschäftsparkplatz.
- Ist die Halterin oder der Halter unauffindbar, sollte umgehend die Polizei oder die Feuerwehr verständigt werden.
- Wichtig ist es zudem, alle relevanten Daten wie Datum, Ort, Uhrzeit, Automarke, Farbe und Kennzeichen des Wagens zu notieren und den Vorfall mit Fotos zu dokumentieren.
- Darüber hinaus sollten Zeug:innen gesucht werden, die die Geschehnisse bestätigen
- Zur Sicherheit sollte Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstatten werden.
Verschlechtert sich der Zustand des Hundes dramatisch, kann es erforderlich sein, das Tier selbst aus dem Auto zu befreien. Dabei besteht jedoch das Risiko, dass die Fahrzeughalter:innen Strafanzeige wegen Sachbeschädigung erstatten. „In einer solchen Situation können sich Helfende auf einen rechtfertigenden Notstand berufen“, sagt Chiappa. Umso wichtiger sei es, Zeug:innen hinzuzuziehen, die Polizei zu verständigen und nur dann selbst einzugreifen, wenn ein weiteres Warten auf Polizei oder Rettungskräfte nicht mehr vertretbar ist.
Weitere Informationen zur Aufklärungsarbeit „Hund im Backofen“: www.tasso.net/hib
Berichte zu einigen „Hund im Backofen“-Fällen finden Sie hier.
Quelle Text/Bild:
TASSO-Haustierzentralregister für die Bundesrepublik Deutschland e.V.
Otto-Volger-Str. 15
65843 Sulzbach/Ts.
Deutschland
www.tasso.net
Sulzbach/Ts., 26.08.2026
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