Das AWO-Quartiersbüro Hochspeyer steht vor einer möglichen Schließung. Die bisherige Förderung durch die Deutsche Fernsehlotterie endet im Mai 2026. Ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung kann die Einrichtung ihre Arbeit nicht fortführen. Um den Fortbestand zu sichern, wurde eine Spendenkampagne auf GoFundMe gestartet. Die benötigten Mittel sollen die Personalstelle sowie Miet- und Betriebskosten decken, die für die Koordination und Durchführung der Angebote unverzichtbar sind. 70.000 Euro werden insgesamt benötigt, um das Quartiersbüro ein weiteres Jahr zu sichern. Dann soll hoffentlich eine Anschlussförderung die Kosten für den weiteren Bestand abdecken.
Seit seiner Gründung im Jahr 2021 hat sich das Quartiersbüro zu einem zentralen sozialen Anlaufpunkt entwickelt. Menschen aller Generationen finden hier Beratung, Unterstützung und Begegnung. Rund 28 Ehrenamtliche engagieren sich regelmäßig. Dies wurde erreicht durch die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen, die deren Arbeit koordinieren, begleiten und für Verlässlichkeit sorgen. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass Ehrenamt dort besonders wirksam wird, wo professionelles Hauptamt stabile Rahmenbedingungen schafft. Diese Struktur ermöglicht es auch Menschen, die sonst keinen Zugang zum Ehrenamt hätten, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Dadurch entstehen tragfähige Netzwerke, die Einsamkeit entgegenwirken, Teilhabe fördern und das soziale Gefüge im Ort stärken.
Wie wichtig das Quartiersbüro für die Menschen vor Ort ist, zeigen zahlreiche persönliche Rückmeldungen. Eine Mutter berichtet: „Meine Kinder haben hier Spielkameraden gefunden und ich Freunde fürs Leben. Ich habe Unterstützung bekommen, von der ich gar nicht wusste, dass es sie geben könnte.“ Ein Vater erzählt, dass er mit Hilfe des Quartiersbüros den Kindergeldantrag für sein Neugeborenes ausfüllen konnte. Eine Teilnehmerin des Deutschkurses erklärt, dass sie nur deshalb regelmäßig kommen könne, weil ihr Sohn mit geistiger Behinderung dort willkommen sei und während des Unterrichts spielen könne. Auch Kinder profitieren: Bei einem Treffen zu Stärken und Selbstbewusstsein erhielt ein sonst sehr zurückhaltendes Mädchen so viel positive Rückmeldung von anderen Kindern, dass sie sich zunehmend öffnete, aktiver teilnahm und später sogar selbst die Anleitung eines Bastelprojekts übernahm.
Diese Beispiele stehen stellvertretend für die Wirkung des Quartiersbüros: Menschen finden Anschluss, entwickeln Selbstvertrauen und erleben Gemeinschaft. Das stärkt nicht nur das persönliche Wohlbefinden, sondern schützt auch vor gesellschaftlichen Risiken wie Einsamkeit, sozialer Isolation und Entdemokratisierung.
„Wir möchten das Quartiersbüro unbedingt erhalten – für alle Menschen, die hier Gemeinschaft, Unterstützung und Zugehörigkeit finden“, sagen die Organisatorinnen Anna Dyck und Alexandra Wolf. „Wir hoffen hier auf die Unterstützung vieler Menschen vor Ort aber auch durch Freunde und Angehörige von außerhalb, die unsere Arbeit schätzen. Jede noch so kleine Spende kann helfen die Schließung zu verhindern.“
Die Spendenkampagne ist online erreichbar unter:
GoFundMe: Spenden für das Quartiersbüro in Hochspeyer
www.gofundme.com/f/spenden-fur-das-quartiersburo-in-hochspeyer
Evangelische Bank: IBAN DE96 5206 0410 0106 4073 74, Betreff: Quartiersbüro Hochspeyer
—————–
Quelle Text/Bild:
AWO Bezirksverband Pfalz e. V.
Quartiersbüro Hochspeyer
Hauptstraße 91
67691 Hochspeyer
www.awo-pfalz.de
Neustadt, 04.03.2025









