Die rheinland-pfälzischen Krankenhäuser müssen sich dringend auf eine wachsende Zahl von Patientinnen und Patienten mit Demenz vorbereiten. Das zeigt der BARMER-Krankenhausreport. Demnach wird die Zahl der Krankenhausfälle mit Demenzerkrankten aus Rheinland-Pfalz vom Jahr 2023 bis zum Jahr 2040 von 54.000 auf 73.000 steigen. Das entspricht einer Zunahme von 35 Prozent und ist der größte anteilige Zuwachs unter allen Bundesländern. Bei der BARMER entfielen im Jahr 2023 von den 113.000 Krankenhausfällen rheinland-pfälzischer Versicherter 7,0 Prozent auf Menschen mit Demenz. Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland, sagt: „Die Kliniken in Rheinland-Pfalz müssen so bald wie möglich Demenzkonzepte entwickeln, um bestmöglich auf die Bedürfnisse von Demenzerkrankten eingehen zu können. Teil dieser Konzepte sollten spezialisierte Krankenhausstationen, Demenzbeauftragte und eine Angehörigenbegleitung sein.“ Nötig sei auch eine einheitliche Definition von Demenzkonzepten in Kliniken auf Grundlage wissenschaftlicher Studien.
Starker Anstieg bei Demenzerkrankungen in Rheinland-Pfalz
Der Anstieg bei den Krankenhausfällen mit Demenzerkrankten in Rheinland-Pfalz resultiert dem Report zufolge aus einer Zunahme der Demenzfälle insgesamt infolge der Alterung der Gesellschaft. So lag die Zahl der Demenzerkrankten in dem Bundesland im Jahr 2013 noch bei 67.000 und stieg bis zum Jahr 2023 auf 85.000. Somit kamen in Rheinland-Pfalz im Jahr 2023 rechnerisch 20,5 Demenzerkrankte auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner (Bund: 20,3). Das ist nach dem Saarland (23,1) und Niedersachsen (21,9) der höchste Wert unter den westdeutschen Bundesländern. Für das Jahr 2040 prognostiziert der Krankenhausreport einen Zuwachs bei den rheinland-pfälzischen Demenzerkrankten auf 113.000. „Telemedizinische Monitoring-Systeme könnten helfen, Klinikaufenthalte von Demenzerkrankten zu vermeiden. Mit ihnen lassen sich frühzeitig gesundheitliche Verschlechterungen erkennen“, meint Kleis. Auch eine verbesserte Sturzprävention durch Mobilitätsförderung, eine Anpassung des Wohnumfelds oder technische Assistenzsysteme könnten hilfreich sein.
In ganz Rheinland-Pfalz nur ein Krankenhaus mit Demenzkonzept
Laut Deutscher Gesellschaft für Geriatrie gibt es in Rheinland-Pfalz mit der zum Landeskrankenhaus gehörenden Geriatrischen Fachklinik Rheinhessen-Nahe in Bad Kreuznach nur eine Klinik mit demenzsensiblen Strukturen. „Demenz ist eine der großen Herausforderungen für das deutsche Gesundheitswesen. Die Zahl rheinland-pfälzischer Kliniken mit einem umfassenden Demenzkonzept muss deutlich zulegen, denn die aktuellen Strukturen in Kliniken sind oft nicht auf die Bedürfnisse Demenzerkrankter ausgerichtet“, betont Kleis. Unzureichende Orientierung, fehlende Tagesstruktur und Zeitdruck im Klinikalltag erhöhten das Risiko für Komplikationen wie akute Verwirrtheitszustände bei von Demenz Betroffenen. Auch würden Menschen mit Demenz nach einer Krankenhausaufnahme überdurchschnittlich oft in höhere Pflegegrade eingestuft. „Krankenhausaufenthalte wirken als Beschleuniger von Pflegeabhängigkeit und verstärken den Druck auf Pflegeversicherung und Angehörige“, unterstreicht Kleis.
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Quelle Text/Bild:
BARMER Landesvertretung Rheinl.-Pfalz/Saarland
Rheinallee 84
55120 Mainz
www.barmer.de
Kaiserslautern, 21.01.2025









