Silvester mit Tier überstehen

Jetzt auf den Jahreswechsel vorbereiten und Hunde und Katzen unterstützen

Eschborn, 30. Oktober 2026 – Entspannt auf dem Sofa, die Zweibeiner stoßen freudig aufs neue Jahr an, die vierbeinigen Begleiter genießen Streicheleinheiten und 2027 startet gemütlich. Diese Szene wird leider auch zum anstehenden Jahreswechsel für hunderttausende Hunde und Katzen in Deutschland eine Utopie bleiben, fürchtet die Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes kostenloses Heimtierregister betreibt. Die Wirklichkeit wird in vielen Wohnzimmer anders aussehen: Ängstliche Tiere, die sich zitternd an ihren Menschen drücken, sich unter dem Sofa verstecken oder gar nicht erst aus der hintersten Ecke im Badezimmer herauskommen wollen.

Das Zünden von Böllern und Raketen zum Jahreswechsel hat nach wie vor große Auswirkungen auf Tiere. Nicht nur auf freilebende Wildtiere – die massiv gestört werden – sondern auch auf Hunde und Katzen, die ebenfalls nicht einordnen können, dass dieser extreme Lärm ein Ausdruck der Freude sein soll. Auch wenn einige Vierbeiner entspannt mit dem Lärm draußen umgehen können, zeigen sowohl die Erfahrung als auch die TASSO-Zahlen deutlich: Silvester ist für die meisten Hunde und Katzen ein Ausnahmezustand. An keinem anderen Tag im Jahr entlaufen so viele Hunde. Zum Jahreswechsel 2025/2026 waren es 376 entlaufene Hunde: das sind zweieinhalb Mal so viele wie an einem gewöhnlichen Tag.

Bei Katzen gibt es diesen Anstieg nicht, da liegen die Zahlen meist im Schnitt eines normalen Tages. Das liegt daran, dass in den Wintermonaten grundsätzlich weniger Katzen vermisst gemeldet werden (der Schwerpunkt bei entlaufenen Katzen liegt in den Sommermonaten, wodurch der Schnitt in die Höhe getrieben wird). Zudem werden Katzen oft erst einige Tage später vermisst gemeldet und fallen daher aus der TASSO-Statistik vom 31.12.2025 und 1.1.2026. Weiterhin lassen viele Menschen ihre Katzen bereits frühzeitig nicht mehr nach draußen, um ein Verschwinden zu verhindern. Das bedeutet jedoch nicht, dass nicht auch Katzen rund um den Jahreswechsel angstvolle Stunden erleben, vor lauter Panik nicht fressen können und sich zitternd in der Wohnung verstecken.

Um das Leid der Tiere wirklich zu lindern, spricht sich TASSO in dem von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) initiierten breiten Aktionsbündnis für ein endgültiges Verbot von privaten Silvesterkrachern und Feuerwerksraketen aus und appelliert darüber hinaus an alle, mit gutem Beispiel voranzugehen und nicht zu böllern.

Da ein solches Verbot jedoch noch nicht absehbar ist, müssen Tierhalter:innen Jahr für Jahr ihr Bestes geben, um ihre Vierbeiner möglichst gut durch diese Zeit zu bringen. „Das Wichtigste ist dabei, dass wir die Angst der Tiere ernst nehmen und an ihrer Seite sind“, sagt Dr. Lisa Borchard, auf Tierverhalten spezialisierte Tierärztin und Leiterin des Projekts Verantwortungsvolle Tierhaltung bei TASSO. Sie weist darauf hin, dass auch leichte Ängste schon ein Warnsignal sind: „Ängste können sich im Laufe der Zeit verstärken und werden nicht selten von Jahr zu Jahr schlimmer. Gleichzeitig haben wir gute Chancen, unseren Tieren langfristig zu helfen, wenn wir die Ängste frühzeitig erkennen und die Tiere unterstützen.“ Es gibt zahlreiche Möglichkeiten und Hilfsmittel, mit denen Tierhalter:innen versuchen können, ihren Hunden und Katzen in der Silvesternacht zu helfen. „Vieles funktioniert über eine erlernte Entspannung, daher ist es wichtig, frühzeitig zu trainieren“, empfiehlt Borchard. Hilfreich sein können: geschlossene Rollos, ruhige Rückzugsorte, Entspannungsmusik, Gehörschutz (immer mit vorherigem Training) Massagetechniken und vieles mehr.
Genaue Tipps finden Interessierte unter www.tasso.net/silvester.

Auch eine medikamentöse Unterstützung sollten Tierhalter:innen nicht ausschließen: „Starke Ängste sind mit starken Schmerzen vergleichbar. Es ist daher nicht angemessen, Tiere unnötig leiden zu lassen“, sagt Borchard. Wichtig ist, dass eine mögliche Medikation passend ist und aktiv bei der Entspannung hilft und das Tier nicht lediglich ruhigstellt. Daher sollten sich Tierhalter:innen rechtzeitig in ihrer Tierarztpraxis oder von auf Tierverhalten spezialisierten Tierärzt:innen beraten lassen.

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Quelle Text/Bild:
TASSO-Haustierzentralregister für die Bundesrepublik Deutschland e.V.
Otto-Volger-Str. 15
65843 Sulzbach/Ts.
Deutschland

www.tasso.net

Sulzbach/Ts., 30.10.2026

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