Nach den Vorkommnissen im Zusammenhang mit dem DFB-Pokalspiel beim SV Waldhof Mannheim am Freitag, 21. August 2026, hat sich der FCK in den vergangenen Wochen mit verschiedenen Behörden, Organisationen, Institutionen, Experten und Gruppierungen ausgetauscht. Mit dieser Meldung möchten wir über die ersten Ergebnisse dieser Gespräche informieren.
Der FCK hat in der vergangenen Woche seine Stellungnahme gegenüber dem DFB im Rahmen des sportgerichtlichen Verfahrens zu den Vorkommnissen rund um das DFB-Pokalspiel in Mannheim eingereicht. Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir uns mit öffentlichen Bewertungen bewusst zurückgehalten, um zum einen in einer tiefgreifenden Analyse aus verschiedenen Blickwickeln die Vorkommnisse zu sondieren und, um dem Verfahren nicht vorzugreifen.
Unabhängig davon war und ist unsere Haltung eindeutig: Die Ereignisse rund um dieses Spiel haben uns schockiert und sehr betroffen sowie nachdenklich gemacht.
Als FCK distanzieren wir uns, wie bereits in den Tagen nach dem Spiel geäußert, ausdrücklich und ohne jede Einschränkung von Gewalt, Hass, Bedrohungen sowie von allen Handlungen, die Menschen gefährden oder verletzen können.
Ein Derby lebt von Leidenschaft, Emotionalität und einer besonderen Atmosphäre. Gerade der FCK steht für eine außergewöhnliche, bundesweit geschätzte und weit über die Region hinaus bekannte Fankultur. Diese Leidenschaft ist Teil unserer Identität. Sie rechtfertigt jedoch niemals Grenzüberschreitungen.
Wo die Sicherheit von Menschen gefährdet wird, endet jede Legitimation durch Emotion, Rivalität oder Fußballkultur. Das Abfeuern von pyrotechnischen Gegenständen auf andere Personen sind Straftaten, die weder zu relativieren noch zu rechtfertigen sind.
Ein solches Verhalten widerspricht deutlich den Werten des FCK – insbesondere Respekt, Fair Play, Verantwortung und einem achtsamen Umgang miteinander. Gleichzeitig gilt es, differenziert zu bleiben: Die Vorfälle dürfen nicht zu einer Pauschalverurteilung und Kriminalisierung einer gesamten Fanszene oder aller mitgereisten FCK-Fans führen. Die große Mehrheit unserer Anhängerinnen und Anhänger unterstützt den FCK Woche für Woche leidenschaftlich, kreativ, friedlich und mit einer Identifikation, die im deutschen Fußball ihresgleichen sucht. Gerade deshalb schmerzt es besonders, wenn das Verhalten einiger das Bild eines gesamten Clubs, seiner Fans und einer über Jahrzehnte gewachsenen Fankultur beschädigt.
Umfangreiche Aufarbeitung
Seit den Vorkommnissen in Mannheim befassen wir uns auf mehreren Ebenen intensiv mit der Aufarbeitung. Hierfür wurde neben der unmittelbaren Aktivierung des Krisenstabs eine interne Taskforce eingesetzt, die in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche und Arbeitsformate durchgeführt hat.
Im Mittelpunkt standen der Austausch und die Zusammenarbeit mit relevanten internen und externen Stakeholdern. Dazu gehören unter anderem Vertreterinnen und Vertreter aus der FCK-Organisation, den Gremien, der Fanszene, weiterer Clubs, Verbände, Sicherheitsbehörden, politische n Institutionen und die Stadt Kaiserslautern. Zudem wurden externe Experten, unter anderem aus den Bereichen Sportrecht sowie Wissenschaft und Fanforschung, in den Prozess eingebunden. Ziel ist eine möglichst umfassende, sachliche und verantwortungsvolle Bewertung der Ereignisse sowie die Ableitung wirksamer, rechtssicherer und langfristig tragfähiger Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit bei Heim – und Auswärtsspielen des FCK.
Die Aufarbeitung hat nochmals verdeutlicht, wie komplex viele Fragestellungen im Zusammenhang mit Sicherheit, Prävention, Fanarbeit, Verantwortlichkeiten und rechtlichen Rahmenbedingungen sind. Sie hat aber auch gezeigt, dass wir in den Bereichen Sicherheitsmanagement und Fanbetreuung bereits auf einem hohen Niveau arbeiten und in vielen Bereichen deutlich über die verbandsseitig geforderten Standards hinaus investieren. Dies belegen unter anderem die regelmäßig externe Überprüfung und Zertifizierung des Sicherheitsmanagementsystems ebenso wie umfangreiche, vielfältige und dauerhaft etablierte Strukturen in der Fanarbeit. Wir pflegen als FCK seit vielen Jahren einen kontinuierlichen Austausch mit der organisierten und nicht organisierten Fanszene – etwa über Fanbeirat, Fanversammlungen, Club-Fan-Dialoge sowie regelmäßige Gesprächsformate mit unterschiedlichen Gruppen und Initiativen.
Im Gesamtzusammenhang der Diskussion ist zu berücksichtigen, dass sich die Handlungsmöglichkeiten eines Clubs bei Auswärtsspielen wesentlich von den Möglichkeiten bei Heimspielen unterscheiden. Insbesondere bei Infrastruktur, Zutrittssteuerung, Einlassorganisation, Videoüberwachung und operativen Sicherheitsmaßnahmen liegt die unmittelbare Verantwortung am Spielort in wesentlichen Teilen nicht beim Gastverein. Gleichwohl nehmen wir als FCK unsere eigene Verantwortung umfassend wahr und werden die gewonnenen Erkenntnisse auch für die Weiterentwicklung unserer eigenen Prozesse nutzen.
Erste Maßnahmen
Auf Grundlage der bisherigen Aufarbeitung haben wir erste Maßnahmen beschlossen. Weitere Schritte werden in den kommenden Wochen und Monaten gemeinsam mit den zuständigen Stellen, den Sicherheitsbehörden, Verbänden, Fanvertretungen und weiteren Beteiligten geprüft und konkretisiert.
Die Maßnahmen lassen sich in die drei Bereiche Dialog, Prävention und Sanktion einordnen:
Dialog und Verantwortung
Wir werden unsere bestehenden Dialogformate weiter ausbauen und inhaltlich schärfen. Der Club-Fan-Dialog sowie der regelmäßige Austausch mit der organisierten und nicht organisierten Fanszene sollen künftig noch stärker die Themen Werte, Verantwortung, Sicherheit, Prävention und die Folgen von Fehlverhalten behandeln.
Darüber hinaus sollen zusätzliche Formate geschaffen werden, die sich mit den besonderen Chancen, aber auch den Herausforderungen einer emotionalen Fankultur auseinandersetzen. Wir sind überzeugt: Nachhaltige Lösungen entstehen nicht allein durch Sanktionen, sondern auch durch eine werteorientierte Fankultur mit klaren Regeln. Dies soll durch einen belastbaren, ehrlichen und weiterhin kontinuierlichen Dialog in Zusammenarbeit mit den FCK-Fans gestärkt werden.
Prävention und Sicherheit
Auch wenn es bei Heimspielen des FCK in jüngerer Vergangenheit keine vergleichbaren schwerwiegenden Vorfälle gegeben hat, werden wir als Club vorsorglich weitere präventive Maßnahmen am Fritz-Walter-Stadion umsetzen und prüfen.
Dazu gehören insbesondere:
- Ausbau der Einlasskapazitäten zur besseren Steuerung der Einlasssituation und Ermöglichung noch intensiverer Kontrollen.
- Ausweitung der Videoüberwachung im Stadion und dessen Umfeld.
- Ausweitung von Sichtschutzmaßnahmen im Fritz-Walter-Stadion.
- Zusätzliche Kontrollen im Vorfeld und rund um Spieltage, um das Einbringen unerlaubter und gefährlicher Gegenstände weiter zu erschweren.
- Nochmalig Vorverlegung der Stadionöffnung bei Risikospielen zur Ermöglichung erweiterter Kontrollen.
- Eine verstärkte Sensibilisierung der breiten Fanbasis durch Kommunikationsmaßnahmen, Hinweise vor Spieltagen, Stadiondurchsagen, digitale Kanäle und sichtbare Botschaften im Stadion.
- Zusätzliche Qualifizierungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen für das eingesetzte Ordnungs- und Sicherheitspersonal.
- Die Fortführung und Intensivierung der engen Zusammenarbeit mit dem lokalen Sicherheitsnetzwerk.
- Dauerhafte Einrichtung bzw. Erweiterung der bestehenden Meldestellen für Straftaten und Fehlverhalten an Spieltagen.
Konsequente Sanktionen
Wir werden bei nachweisbarem Fehlverhalten weiterhin konsequent handeln. Dazu gehören die strikte Umsetzung der Stadionverbotsrichtlinien sowie weitere Maßnahmen wie der Entzug von Dauerkarten oder ein Vereinsausschluss bei Mitgliedern.
Zudem werden wir weiterhin prüfen und verfolgen, inwieweit Schadensersatzansprüche gegenüber verantwortlichen Personen geltend gemacht werden können und müssen, denn jeder Euro, der durch Strafen, Schäden oder Folgekosten verloren geht, fehlt dem FCK an anderer Stelle.
Für den Fall weiterer schwerwiegender Vorfälle behalten wir uns vor, bei Risiko-Auswärtsspielen auf personalisierte Tickets umzustellen. Eine solche Maßnahme stellt einen besonderen Einschnitt für viele Fans dar. Dies soll zunächst nicht pauschal erfolgen und muss rechtssicher, verhältnismäßig und zielgerichtet ausgestaltet sein. Wenn die Entwicklung es erfordert, muss die Maßnahme jedoch kurzfristig aktiviert werden können.
Gemeinsame Verantwortung
Sicherheit im Fußball ist keine Aufgabe, die ein Club allein lösen kann. Sie erfordert das verantwortungsvolle Zusammenwirken von Clubs, Verbänden, Sicherheitsbehörden, Politik, Fanvertretungen und jeder einzelnen Person im Stadion.
Wir setzen uns dafür ein, dass notwendige Maßnahmen nicht populistisch oder reflexhaft, sondern wirksam, verhältnismäßig und lösungsorientiert entwickelt werden. Pauschale Schuldzuweisungen, reine Symbolpolitik oder Kollektivstrafen können die zugrunde liegenden Herausforderungen nicht lösen. Entscheidend sind belastbare Präventionsstrukturen, klare Verantwortlichkeiten, konsequentes Vorgehen sowie ein kontinuierlicher Dialog. Gleichzeitig appellier en wir ausdrücklich an unsere gesamte Fanbasis: Jede und jeder Einzelne trägt Verantwortung für das Bild unseres Vereins. Jeder Fan ist ein Gesicht des FCK. Die Leidenschaft auf den Rängen, die besondere Atmosphäre auf dem Betzenberg, Choreografien und die unverwechselbare Unterstützung unserer Mannschaft sind etwas Wertvolles. Wer dem FCK verbunden ist, schützt deshalb auch die Menschen neben sich – Kinder, Familien, langjährige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Einsatzkräfte und Gäste. Niemand sollte Angst haben müssen, ein Fußballspiel zu besuchen. Niemand darf durch Gewalt, Pyrotechnik, Würfe oder andere Grenzüberschreitungen gefährdet werden. Der FCK steht für eine Fankultur, die emotional, laut, kreativ und stolz ist – aber zugleich respektvoll, verantwortungsbewusst und sicher.
Ausblick
Wir danken allen Beteiligten, die sich in den vergangenen Wochen mit großem Engagement an Gesprächen, Analysen und Arbeitsformaten beteiligt haben.
Die Aufarbeitung ist mit dieser Stellungnahme nicht abgeschlossen. Sie wird fortgesetzt – im Dialog, mit klaren Maßnahmen und mit der festen Überzeugung, dass wir alle gemeinsam Verantwortung tragen. Unser Ziel ist eindeutig: Wir wollen dazu beitragen, dass sich solche Bilder nicht wiederholen, dass Fußball ein emotionales und zugleich sicheres Erlebnis bleibt und dass die FCK-Familie ihren Werten auch in herausfordernden Momenten gerecht wird.
Quelle Text/Bild:
1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA
Fritz-Walter-Straße 1
67663 Kaiserslautern
www.fck.de
Kaiserslautern, 24.09.2026
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