Einsatz der Bereitschaft aus dem Leitstellenbereich Kaiserslautern beim Waldbrand in Bad Kreuznach

Kurz vor 02:00 Uhr am 28.06.2026 wurde die Leitstelle Kaiserslautern durch das Lagezentrum Bevölkerungsschutz beim LfBK zur überörtlichen Hilfe zu einem Waldbrand im Bereich Bad Kreuznach aufgefordert. Die angeforderte Bereitschaft Kaiserslautern sollte sich bis spätestens 08:00 Uhr im Bereitstellungsraum bei Rüdesheim an der Nahe einfinden, um danach im Einsatzraum eine im Einsatz befindliche Bereitschaft abzulösen.

Die Bereitschaft des Leitstellenbereiches Kaiserslautern besteht aus diversen vordefinierten Einheiten des Brand- und Katastrophenschutzes aus den Landkreisen Kaiserslautern, Kusel, dem Donnersbergkreis und der kreisfreien Stadt Kaiserslautern. Unter einer Bereitschaft der überörtlichen Hilfe kann man sich eine Vielzahl von Fähigkeiten vorstellen (Vorauskommando, Führung, Brandbekämpfung, Logistik, Verpflegung usw.). Sie repräsentiert ca. 30 Fahrzeuge aus der kompletten Bandbreite des Brand- und Katastrophenschutzes und 140 Einsatzkräfte. Die Bereitschaft ist in der Lage ohne Vorlaufzeit für 24 Stunden autark an einer Einsatzstelle zu agieren. Dies bedeutet, dass sowohl Treibstoff, Kommunikationsmittel, aber auch Verpflegung und eigene medizinische Versorgung mitgeführt wird. Die Auswahl der vorgeplanten Einheiten erfolgt regelhaft so, dass notwendige Fähigkeiten des Grundschutzes im eigenen Zuständigkeitsbereich weiterhin erhalten bleiben.

Nach Abstimmung der Erstmaßnahmen durch den Schichtleiter der Leitstelle und den A-Dienst der Feuerwehr Kaiserslautern wurde die Leitstelle verstärkt und initial alarmiert. Das Vorauskommando der Bereitschaft setzte sich um 04:30 Uhr in den Einsatzraum in Marsch und erreichte diesen gegen 06:00 Uhr.

In der Zwischenzeit sammelten sich alle anderen Kräfte im Sammelraum in Kirchheimbolanden und fuhren von dort geschlossen den Bereitstellungsraum an, der kurz nach 07:00 Uhr erreicht wurde. Nach Aufbau der eigenen Führungsstelle war die Einsatzbereitschaft unmittelbar hergestellt.

Die Bereitschaft erhielt den Auftrag den Einsatzabschnitt 2 „Wasserversorgung“ zu übernehmen. Problematisch zeigte sich an dieser Stelle, dass bedingt durch den dynamischen Aufwuchs des Einsatzes über die Nacht hinweg, eine klare Mittelzuweisung innerhalb der existierenden vier Einsatzabschnitte nicht überall gegeben war.

So mussten zunächst erschöpfte Unterabschnittsleitungen ausgelöst und Einzelkomponenten abgelöst, sowie innerhalb der Einsatzabschnitte 1 und 3 unter dem Gesichtspunkt einer stabileren Wasserversorgung verstärkt werden.

Bedingt durch die Munitionsbelastung des Einsatzgebiets verlegten sich die Einsatzschwerpunkte über den Tag hinweg in das Anlegen von Wundstreifen und Schneisen durch die Forstbehörde sowie das Absichern dieser Maßnahmen durch Kreisregner und die Bekämpfung von Spotfeuern durch spezielle Fahrzeuge seitens der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes. Das Gelände innerhalb dieses „Schutzwalles“ musste aufgrund der Kampfmittelbelastung aufgegeben werden.

Durch diese Maßnahmen konnte der Brand trotz enormer Hitze und auffrischender Winde zusammen mit allen eingesetzten Einsatzkräften innerhalb der Auffanglinie gehalten werden.

Zwischenzeitlich hatte sich die Wasserversorgung aus der Stadt Bad Kreuznach nahezu erschöpft, konnte aber durch das Aufstauen eines Baches und die Umstellung auf einen anderen Wasserversorger gesichert werden. Weitere wertvolle Unterstützung erfuhren wir durch Transportunternehmen und Landwirte, die uns im Pendelverkehr bei der Wasserversorgung vorbildlich unterstützten.



Teile der Bereitschaft wurden planmäßig gegen 19:00 Uhr aus dem Einsatz herausgelöst bzw. konnten entlassen werden. Andere Kontingente wollten an der Einsatzstelle verbleiben und lösten sich eigenständig im Laufe des Abends ab.

Dies war der erste große geschlossene Einsatz der Bereitschaft Kaiserslautern, welche im Nachgang des Ahrtalunglückes gebildet wurde. Der Einsatz solch großer Einheiten ist für den Brand- und Katastrophenschutz kein Alltagsgeschäft, auch nicht für die Einsatzverantwortlichen im Einsatzraum, die solche Kontingente einsetzen müssen. Trotz einiger Verbesserungspotentiale, welche die Bearbeitung seltener Großereignisse zwangsläufig mit sich bringen, rechtfertigt der schnelle einsatztaktische Erfolg aus unserer Sicht jederzeit dieses interdisziplinäre und überregionale Bereitschaftskonzept.

Vielen Dank an alle helfenden Hände der überörtlichen Bereitschaft Kaiserslautern für ihren engagierten und kompetenten Einsatz!

Jürgen Mayer, Abmarschführer

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Quelle Text/Bild:
Stadtverwaltung Kaiserslautern
Referat Feuerwehr und Katastrophenschutz
Abteilung 37.5.3 Medien- & Öffentlichkeitsarbeit

An der Feuerwache 6
67663 Kaiserslautern

www.feuerwehr-kaiserslautern.de

Kaiserslautern, 03.07.2026

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