Zähneputzen bei Hunden und Katzen

Kein Luxus, keine Vermenschlichung, sondern wichtig für die Tiergesundheit

Eschborn, 5. Mai 2026: Zweimal täglich, zwei Minuten lang – wir alle kennen die Empfehlungen zur Zahngesundheit. Was viele Menschen jedoch nicht wissen: Für unsere vierbeinigen Begleiter sollte das Zähneputzen ebenfalls zur Gesundheitsvorsorge gehören. „Auch bei Hunden und Katzen bilden sich nach dem Fressen Beläge auf den Zähnen, aus denen vermischt mit Mineralien aus dem Speichel und zahlreichen Bakterien Zahnstein entstehen kann“, sagt Dr. Laura Witting, Tierärztin und Referentin Tierschutz bei der Tierschutzorganisation TASSO e.V.
Der Zahnstein reizt das Zahnfleisch und kann zu einer bakteriellen Infektion des Zahnhalteapparates, also zu einer Parodontitis führen. In der Folge können tiefe Zahnfleischtaschen und bis zur Zahnwurzel reichende Entzündungen entstehen, die den Tieren große Schmerzen verursachen und bis zum Zahnverlust führen können. „Da viele Tiere ihre Schmerzen gut verbergen und Zahnprobleme häufig nur mit einem Zahnröntgen entdeckt werden, leiden die betroffenen Tiere oft sehr lange“, berichtet Witting aus ihrer Erfahrung in der Tierarztpraxis.
Der effektivste Weg zur Zahnstein-Vorbeugung klingt so simpel, wie er wirksam ist: Durch regelmäßiges Zähneputzen werden die Beläge gelöst, es bildet sich weniger Zahnstein und es treten weniger Zahn-Erkrankungen auf.
Was so leicht klingt, kann allerdings im Alltag mit Hunden und Katzen durchaus herausfordernd sein. Das weiß auch Witting: „Natürlich verstehen die Tiere nicht, warum das Zähneputzen aus gesundheitlicher Sicht wichtig ist, deswegen ist es notwendig, dass wir es kleinschrittig und basierend auf positiver Verstärkung mit ihnen trainieren und sie so daran gewöhnen.“ Witting rät dazu, einmal täglich mit spezieller Tier-Zahnpasta und einer weichen Bürste, einem Fingerling oder einem über den Finger gestülpten Tuch zu putzen und dabei so viel zu reinigen, wie es stressfrei für das Tier möglich ist. „Wenn es nicht täglich klappt, dann vielleicht alle zwei Tage oder zweimal die Woche. Alles ist besser als nichts“, sagt sie. Dennoch gebe es natürlich auch Tiere, mit denen ein entspanntes Zähneputzen nicht möglich ist. Dann sollten die Zähne in der tierärztlichen Vorsorge besondere Aufmerksamkeit bekommen: „Zu empfehlen wäre alle sechs bis zwölf Monate ein gründlicher Zahn-Check-Up in der Tierarztpraxis, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen“, empfiehlt Witting. Bei Unsicherheiten lohnt es sich außerdem Tierärzt:innen aufzusuchen, die auf Zähne spezialisiert sind.

Das Thema Zähneputzen für Tiere mag nach viel Aufwand und Training klingen, doch mit ein bisschen Übung und zunehmender Routine ist es gut in den Alltag integrierbar und eine entscheidende Stellschraube für die Tiergesundheit. Ganz nebenbei ist diese Form des Trainings, sogenanntes Medical Training, eine spaßbringende und beziehungsfördernde Beschäftigung, von der das Tier auf vielen Ebenen profitiert.



Quelle Text/Bild:
TASSO-Haustierzentralregister für die Bundesrepublik Deutschland e.V.
Otto-Volger-Str. 15
65843 Sulzbach/Ts.
Deutschland

www.tasso.net

Sulzbach/Ts., 05.05.2026

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