Rheinland-Pfalz, 25. März 2026 – Die stark gestiegenen Kraftstoffpreise infolge der geopolitischen Eskalation im Nahen Osten bringen das Verkehrsgewerbe in Rheinland-Pfalz zunehmend in eine wirtschaftlich kritische Lage. Der Dachverband der Transport und Logistikwirtschaft MOLO – Mobilität und Logistik Rheinland-Pfalz e.V. – schlägt Alarm und fordert kurzfristige sowie strukturelle Entlastungsmaßnahmen.
Die Preisentwicklung trifft eine Branche, die ohnehin mit sehr geringen Margen arbeitet. Gleichzeitig sorgen verzögerte Preisgleitmechanismen in bestehenden Verträgen dafür, dass viele Unternehmen die Kostensteigerungen zunächst selbst tragen müssen. In zahlreichen Betrieben entsteht dadurch ein erheblicher wirtschaftlicher Druck.
„Die Dynamik der aktuellen Preisentwicklung ist für viele Unternehmen kaum noch beherrschbar. Wir sehen hier eine außergewöhnliche Belastungssituation, die kurzfristig aufgefangen werden muss“, erklärt Guido Borning, Geschäftsführer von MOLO. „Auch aus der Mitgliedschaft wächst die Erwartung an die Politik, kurzfristig wirksame Maßnahmen zu ergreifen. MOLO nimmt diese Rückmeldungen sehr ernst und bringt die Anliegen der Unternehmen mit Nachdruck in die politischen Entscheidungsprozesse ein“, so Borning weiter.
Maßnahmenpaket der Bundesregierung – wichtiger Schritt, aber nicht ausreichend
Das von der Bundesregierung beschlossene Kraftstoffmaßnahmenpaket, das unter anderem eine stärkere kartellrechtliche Kontrolle sowie mehr Transparenz im Kraftstoffmarkt vorsieht, ist auch Ergebnis des zunehmenden Drucks aus Wirtschaft und Verbänden.
Das Paket umfasst insbesondere:
• die Begrenzung der Preiserhöhungsfrequenz an Tankstellen,
• eine Verschärfung der kartellrechtlichen Missbrauchsaufsicht,
• sowie beschleunigte Eingriffsmöglichkeiten des Bundeskartellamts.
Diese Maßnahmen setzen wichtige Impulse für mehr Wettbewerb und Transparenz, reichen jedoch aus Sicht von MOLO nicht aus, um die akuten wirtschaftlichen Belastungen vieler Unternehmen kurzfristig zu kompensieren. „Das Maßnahmenpaket ist ein wichtiges Signal, aber es wird die Situation in den Betrieben nicht kurzfristig entspannen. Hier braucht es zusätzliche Schritte“, erklärt Heiko Nagel, Geschäftsführerkollege von MOLO.
Zentrale Forderung: Ende der CO₂-Doppelbelastung
Ein zentraler Kritikpunkt bleibt die doppelte CO₂-Bepreisung im Straßengüterverkehr – über die Lkw-Maut sowie zusätzlich über den Kraftstoffpreis. Diese Mehrfachbelastung stellt für die Unternehmen eine erhebliche Zusatzlast dar. „Die gleichzeitige Belastung über Maut und Kraftstoff ist in der aktuellen Lage nicht tragfähig. Hier erwarten wir klare politische Korrekturen“, betont Nagel. Der Verband fordert daher, die im Koalitionsvertrag vorgesehenen Anpassungen zügig umzusetzen und die CO₂-Belastung im Kraftstoffbereich entsprechend zu reduzieren.
Intensive Gespräche auf Bundes- und Landesebene
Der Verband steht in engem Austausch mit politischen Entscheidungsträgern auf Bundes- und Landesebene. In den vergangenen Wochen wurden mehrfach direkte Gespräche mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder geführt, in denen die Entwicklung der Kraftstoffkosten eine zentrale Rolle spielte.
„Wir nutzen die direkten Gespräche auch mit der Bundespolitik sehr gezielt, um den Handlungsdruck aufrechtzuerhalten und konkrete Entlastungen einzufordern“, so Borning. Parallel dazu werden Gespräche mit Verkehrs- und Wirtschaftspolitikern auf Landesebene sowie mit der verladenden Wirtschaft fortgeführt.
Branche bringt sich aktiv ein
Am 26. März findet in Berlin eine mit führenden Wirtschafts- und Verkehrspolitikern hochrangig besetzte Tagung des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. statt, bei der die Entwicklung der Kraftstoffkosten sowie die CO₂-Belastung im Verkehrssektor im Mittelpunkt stehen. Der Verband wird mit einer Delegation aus Rheinland-Pfalz vertreten sein, gemeinsam mit Mitgliedsunternehmen, die ihre praktischen Erfahrungen und die aktuelle Betroffenheit direkt in die Diskussion einbringen.
„Gerade in dieser Situation kommt es darauf an, dass wir als Branche geschlossen auftreten und gemeinsam Lösungen voranbringen“, so Borning und Nagel abschließend.
Quelle Text/Bild:
Mobilität & Logistik Rheinland-Pfalz e.V. (MOLO e.V.)
Haifa-Allee 38
55128 Mainz
www.molo-rp.de
Mainz, 26.03.2025











