In Rheinland-Pfalz sind 85 Prozent der rund 4,2 Millionen Bürgerinnen und Bürger gesetzlich krankenversichert und die Menschen erwarten zu Recht eine qualitativ hochwertige medizinische und pflegerische Versorgung. Rheinland-Pfalz verfügt derzeit über ein solides Gesundheitssystem. Doch der gesellschaftliche Wandel macht nicht Halt, er betrifft auch die Gesundheitsversorgung in Rheinland-Pfalz. Daher gilt es, die Versorgungsstrukturen für Gesundheit und Pflege im Land zukunftssicher auszurichten.
Die zentrale Frage lautet dabei: Wie kann das rheinland-pfälzische Gesundheitssystem so umgebaut werden, dass alle Menschen – egal, ob in der Stadt oder auf dem Land – gut und sicher versorgt sind sowie gleichzeitig das System langfristig bezahlbar bleibt? Aus Sicht der AOK gibt es dazu drei große Herausforderungen: den demografischen Wandel, die Sicherung der Fachkräfte in der Gesundheits- und Pflegebranche sowie die Finanzierung beider Systeme, der Kranken- sowie der Pflegeversicherung.
Ziel muss sein, die ohnehin knappen Ressourcen passgenauer einzusetzen als bisher und dabei notwendige, teilweise überfällige Strukturreformen umzusetzen. Nicht nur die Bundespolitik ist hier gefordert. Im Alltag der Menschen sind es gerade die Bundesländer, die ambulante und stationäre Versorgung planen sowie Prävention und Pflege ausgestalten. Gleichzeitig verändern landauf, landab Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und auch der medizinische Fortschritt die Versorgungssysteme.
„Als regionale Gesundheitskasse kennen wir die einzelnen Gegebenheiten der Regionen in Rheinland-Pfalz sehr gut und haben daher einige Erwartungen an die künftige Landesregierung. Die anstehende Landtagswahl sehen wir daher als passenden Zeitpunkt, den gesetzlich versicherten Menschen sowie den Beitragszahlern in Rheinland-Pfalz Gehör zu verschaffen“, erläutert Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse.
Die AOK zeigt dazu im aktuellen Positionspapier zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz zukunftsweisende Lösungen auf, um die Gesundheitsversorgung der Zukunft in Rheinland-Pfalz zu gestalten, die Pflege effizient zu stärken und wie die Finanzierung der Kranken- und Pflegeversicherung nachhaltig gesichert werden kann.
Extra – AOK-Kernforderungen: In den nächsten Jahren sind folgende Maßnahmen umzusetzen:
Gesetzliche Krankenversicherung:
Die konsequente Umsetzung der Krankenhausreform mit dem Ziel, leistungsstarke Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz zu etablieren.
Eine Reform der Notfallversorgung mit integrierten Notfallzentren im Zusammenspiel mit einem weiterhin leistungsstarken Rettungsdienst unter Nutzung neuer digitaler Techniken.
Mehr Ambulantisierung sowie eine sektorenunabhängige sich an regionalen Bedarfen orientierende Versorgung, ergänzt um neue Vergütungsstrukturen, zu angemessenen, aber bezahlbaren Preisen.
Eine verlässliche Steuerung der Patientinnen und Patienten innerhalb der ambulanten Versorgungsstrukturen mit den Hausärztinnen und -ärzten als Lotsinnen und Lotsen sowie eine besser koordinierte ambulant-stationäre Versorgung.
Der Ausbau der Delegation von niederschwelligen ärztlichen Leistungen an entsprechend qualifiziertes medizinisches Fachpersonal sowie der Ausbau von telemedizinischen Angeboten.
Eine konsequente Weiterentwicklung und der Ausbau einer Public-Health-Strategie für eine gesundheitsförderliche Gesamtpolitik, die sich besonders auf gesundes Aufwachsen und Altern konzentriert.
Soziale Pflegeversicherung:
Die Flexibilisierung und Entbürokratisierung des Leistungsrechts durch Schaffung eines Basisbudgets für Geld- und Sachleistungen ausschließlich nach dem Pflegegrad.
Eine Pflegeberatung aus einer Hand, koordiniert durch Pflegekassen und Kommunen.
Die Nutzung von mehr digitalen Technologien in der Pflege im Sinne der zu Pflegenden und ihrer Pflegefachkräfte.
Die Schaffung der planerischen, rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für „sorgende“ Gemeinschaften (Caring Communities) sowie die Weiterentwicklung von alternativen Wohn-Pflege-Angeboten.
Finanzierung der Gesundheits- und Pflegeversorgung:
Die Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleichs nach den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen, insbesondere die Berücksichtigung sozioökonomischer Merkmale für vulnerable Personengruppen und die Wiedereinführung von Erwerbsminderungszuschlägen.
Ein deutlicher Bürokratieabbau durch vereinfachte und beschleunigte Prüfverfahren im Rahmen der Durchführung des Risikostrukturausgleichs durch das Bundesamt für Soziale Sicherung.
Die Einführung kostendeckender Pauschalen für Bürgergeldbeziehende aus Steuermitteln. Auskömmliche Bundesmittel für versicherungsfremde Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.
Die (Wieder-)Einführung und Stärkung der Instrumente des Preiswettbewerbs wie etwa im Arznei- und Hilfsmittelbereich im Sinne einer wirtschaftlichen und innovativen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in Rheinland-Pfalz.
Zum AOK-Positionspapier zur rheinland-pfälzischen Landtagswahl: Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2026: Positionen zur Gesundheitspolitik | Presse | AOK Rheinland-Pfalz/Saarland
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Quelle Text/Bild:
AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse
Virchowstraße 30
67304 Eisenberg
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02.03.2026











