Verletzendes Verhalten, Ausgrenzung, sexualisierte Gewalt – unsere Kinder sind auch in Kitas nicht automatisch geschützt. Eigentlich sollten alle Erwachsenen gemeinsam und konsequent zum Wohl der Kinder handeln. Doch mehrere aktuelle Fälle in rheinland-pfälzischen Kitas zeigen: Wenn es Probleme gibt, werden Eltern teilweise zu spät oder unzureichend informiert. Der Landeselternausschuss der Kitas in Rheinland-Pfalz (LEA RLP) fordert deshalb klare Konsequenzen.
„Kinderschutz ist keine interne Angelegenheit von Trägern oder Einrichtungen. Eltern haben ein Recht darauf zu erfahren, was in der Kita ihres Kindes passiert – insbesondere dann, wenn es um mögliche Gefährdungen geht“, erklärt Annegret Neugschwender, Vorsitzende des Landeselternausschusses.
Der LEA kritisiert eine Haltung, die Eltern im Krisenfall zum Schweigen auffordert oder sie mit dem Hinweis abspeist, man werde alles intern klären. „Es ist ein gefährlicher Gedanke zu glauben, dass Eltern sich besser heraushalten sollten. Dadurch wird viel Vertrauen zerstört“, so Neugschwender weiter. Es könne auch nicht sein, dass Eltern oder Elternvertretungen bei Hinweisen auf Missstände von Stelle zu Stelle verwiesen werden. „Bei Fragen des Kindeswohls muss handeln, wer informiert ist. Zuständigkeits-Pingpong darf es hier nicht geben.“
Neben Transparenz und klaren Beschwerdewegen fordert der LEA ausdrücklich, dass betroffene Eltern nicht allein gelassen werden. Es dürfe nicht sein, dass Familien nach einer Meldung oder einem bestätigten Vorfall ohne Begleitung dastehen. Träger und zuständige Stellen müssten aktiv Unterstützung anbieten.
Darüber hinaus macht der LEA deutlich, dass Eltern nicht erst im Krisenfall beteiligt werden dürfen. „Schutzkonzepte, die ohne Eltern entstehen, greifen zu kurz“, betont Neugschwender. Nach dem Gesetz müssen Eltern bereits in die Entwicklung und regelmäßige Überarbeitung der Schutzkonzepte in den Kitas einbezogen werden. Dort können dann z.B. auch Kommunikationswege festgehalten werden.
Der LEA fordert eine transparente und verbindliche Informationspflicht und das Einhalten der verpflichtenden Beteiligung der Eltern an Schutzkonzepten. Außerdem müssen klare, leicht zugängliche Beschwerdewege, Schutz für Hinweisgebende vor Benachteiligung, konkrete Unterstützungsangebote für betroffene Familien und eine Kultur der Offenheit statt interner Abschottung geschaffen werden.
„Eltern sind keine Störfaktoren, sondern Teil der Verantwortungsgemeinschaft und wichtige Partner im Kinderschutz“, so Neugschwender abschließend. „Wer Vertrauen zurückgewinnen will, muss Eltern beteiligen, informieren und unterstützen und darf sie nicht ausschließen.“
Quelle Text/Bild:
Landeselternausschuss der Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz (LEA-RLP)
Geschäftsstelle
c/o Ministerium für Bildung RLP
Mittlere Bleiche 61
55116 Mainz
www.lea-rlp.de
26.02.2026
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