Neue Strecke des Firmenlaufs – Inklusion und Umweltschutz nicht mitgedacht

„Der Kaiserslauterer Firmenlauf ist in unserer Stadt jedes Jahr ein Event für alle, stärkt das Wir-Gefühl und den Teamgeist. Umso mehr bedauern wir, dass dieses „alle“ bei der neuen Streckenführung nicht mitgedacht wurde“, kritisiert stellvertretender Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN Michael Kunte. „Die neue Strecke am Betzenberg, durch den Wald und am Wildpark bedeutet für die Teilnahme vieler Menschen mit Seh- oder Gehbeeinträchtigung, älterer Personen oder Familien das Aus.“ Der Veranstalter des jährlichen Firmenlaufs B2-Run möchte die Strecke aus der Innenstadt weg auf den Betzenberg und in den Wald verlegen. „In den vergangenen Jahren konnte jeder auf den barrierefreien Wegen mitlaufen, sei es nun eine Person mit körperlicher Beeinträchtigung oder jemand, der das Kind im Bollerwagen mitnimmt“, so Kunte weiter. „Unabhängig von den zusätzlichen Höhenmetern auf der neuen Strecke sind die holprigen und unebenen Waldwege mit Wurzeln und Stolperfallen nicht geeignet, um einen inklusiven Lauf zu garantieren. Es ist für die Waldwege nicht zuträglich, wenn Tausende von Menschen innerhalb sehr kurzer Zeit darüber laufen, in den Büschen überall der Müll landet und die Tiere im Wildpark durch den Lärm verschreckt werden“, ergänzt Tobias Wiesemann, Fraktionsvorsitzender. Auch Kerstin Kührt von der Lebenshilfe e.V. sieht die Änderungen kritisch und betont, wie wertvoll die bisher gelebte Inklusion in Zeiten auseinanderdriftender Gesellschaftsteile war: „Das breite Spektrum an Teilnehmenden beim Firmenlauf und die großartige Unterstützung durch die Zuschauenden machten spürbar, wie ein gemeinsames Ziel ernsthaft, aber auch mit dem nötigen Spaß angegangen und erreicht werden kann. Von der Lebenshilfe nahmen im letzten Jahr ca. 170 haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende, Bewohnende der verschiedensten Wohnangebote und sogar Kita-Kinder teil. Dafür bekamen wir sogar einen Preis durch die Veranstalter. Bei der neuen Streckenführung werden einige im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke bleiben beziehungsweise ausgeschlossen werden. Ob die Teilnahme noch einmal so rege sein wird, bleibt abzuwarten.“ „Aus unserer Sicht ist an der Verlegung des Laufs außerdem eine Benachteiligung der Gastronom*innen geknüpft. In der Innenstadt konnten Betreiber*innen von Restaurants, Cafés und Läden von der anhaltenden Laufkundschaft profitieren“, merkt GRÜNEN Fraktionärin Silke Kunz an. „Natürlich ist der Gedanke ins Stadion einzulaufen charmant. Wir denken dennoch, dass die Strecke besser hätte überlegt sein solle und appellieren an die Veranstalter*innen, diese Punkte im kommenden Jahr zu berücksichtigen.“



Quelle Text/Bild:
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Kaiserslautern, 20.02.2026