Bei den beliebtesten Hunden der Deutschen bleibt auch 2025 das vertraute Bild: Mischlinge führen die Top 10 weiterhin klar an – noch vor dem Labrador, der die Spitzenposition unter den reinrassigen Hunden behauptet. Das geht aus einer Auswertung der Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes kostenloses Heimtierregister betreibt, hervor. In der Zeit vom 01.01.2025 bis 31.12.2025 wurden mit gewohnt deutlichem Abstand am häufigsten Mischlinge neu bei TASSO angemeldet. 92.976 Neuregistrierungen entfallen alleine auf sie.
Mit 13.109 Neuregistrierungen für 2025 folgt mit dem Labrador die beliebteste klassische Hunderasse. Die Vorliebe für Labradore zeigt sich auch in den Auswertungen der einzelnen Bundesländer. Nach dem Mischling landet der Labrador in den meisten Regionen auf dem Spitzenplatz. Nur in Sachsen-Anhalt gab es eine Handvoll mehr Neuregistrierungen für den Deutschen Schäferhund (7.963), der immerhin bundesweit nach dem Golden Retriever (8.044) auf Platz 4 liegt und sich damit wieder vor den Chihuahua (7.607) geschoben hat. Unverändert auf den Plätzen 6 und 7 liegen Französische Bulldogge (6.449) und Australian Shepherd (5.276). Wandel gab es im unteren Tabellenbereich, dort haben der Neueinstieg des Dackels auf Platz 8 (3.254) und des Zwergpudels (3.202) auf Platz 10 Malteser und Havaneser aus der Top 10 verdrängt. Der Jack Russell Terrier (3.458) landet auf Platz 9.
So spannend diese Übersicht ist, die Tierschutzorganisation TASSO blickt auch mit Sorge auf die Trends bei Hunderassen. Denn die jährliche Rangliste ist auch ein ‚Frühwarnsystem‘. „Es ist nicht gut für Hunderassen, im ‚Trend‘ zu sein“, stellt Heike Weber, Leiterin Tierschutz bei TASSO klar. „Eine erhöhte Beliebtheit führt häufig zu mehr Nachfrage, fördert unseriöse Zuchten und befeuert auch den illegalen Welpenhandel,“ kritisiert sie. Wenn verantwortungsvolle Züchter die Nachfrage nicht mehr decken können, steigen die Chancen für unseriöse Vermehrer, die die Tiere häufig im europäischen Ausland unter tierschutzwidrigsten Bedingungen halten, durch halb Europa transportieren und sie dann häufig krank, unsozialisiert und mit zahlreichen verborgenen Problemen an unwissende Interessenten übergeben.
Besonders besorgniserregend ist es, wenn Hunderassen mit Qualzuchtmerkmalen im Trend liegen. „Zu kleine Köpfe, bewusster Zwergenwuchs, platte Nasen – was viele Menschen süß finden, ist leider oft nichts anderes als Tierquälerei“, sagt Weber. Was helfen kann? Vor allem Änderungen auf gesetzlicher Ebene. Weber: „Eine wichtige Maßnahme wäre ein besseres Tierschutzgesetz, das Qualzuchten klar verbietet und den Onlinehandel strenger reguliert, sodass Tiere nicht mehr anonym und ungeprüft verkauft werden können. Außerdem ist die Einführung einer bundesweit einheitlichen Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht ein wichtiges und längst überfälliges Instrument.“ Doch damit nicht genug. Auch wir Tierhalterinnen und Tierhalter können etwas tun, findet Weber: „Vermeintliche Schönheitsideale bei Tieren dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie oft mit gesundheitlichen Belastungen verbunden sind. Verantwortungsvoll handelt, wer Tierwohl und eigene Lebensrealität gleichermaßen berücksichtigt und dabei auch Tieren aus dem Tierschutz eine Chance gibt.“
Quelle Text/Bild:
TASSO-Haustierzentralregister für die Bundesrepublik Deutschland e.V.
Otto-Volger-Str. 15
65843 Sulzbach/Ts.
Deutschland
www.tasso.net
Sulzbach/Ts., 14.01.2026
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