Forschungsprojekt „Zwangsarbeit in der Pfalz“ – Bürgerforum des Bezirksverbands Pfalz sowie der Stadt Bad Dürkheim

Das Forschungs- und Gedenkprojekt „Zwangsarbeit in der Pfalz 1939 bis 1945“ des Bezirksverbands Pfalz wird am Dienstag, 26. April, um 18 Uhr im Bad Dürkheimer Haus in Bad Dürkheim, Kaiserslauterer Straße 1, in einem Forum für interessierte Bürgerinnen und Bürger vorgestellt. Das Vorhaben wurde im Frühjahr 2021 initiiert und mit dessen Umsetzung das Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde (IPGV) und das Zentralarchiv des Kommunalverbands beauftragt. Es ist eingebettet in die Gedenk- und Erinnerungsarbeit des Bezirksverbands Pfalz und markiert zugleich eine weitere wichtige Etappe in seinen Bemühungen zur Erforschung der Strukturen, Mechanismen und Verbrechen des NS-Regimes in der Pfalz. Dr. Christian Decker vom IPGV und Zentralarchivar Ulrich Burkhart stellen die Inhalte und Zielsetzungen des Forschungsprojekts vor. Die Begrüßung übernehmen der Bezirkstagsvorsitzende Theo Wieder sowie der Bürgermeister der Stadt Bad Dürkheim, Christoph Glogger.

Als direkte Folge des von Nazideutschland in Europa entfesselten Expansionskriegs waren bis 1944 alleine auf pfälzisches Gebiet zehntausende Frauen und Männer zahlreicher Nationen zur Zwangsarbeit verschleppt worden. Hinsichtlich ihrer Schicksale und Internierungsorte besteht – ungeachtet erfolgreicher Anfänge – in der Geschichtswissenschaft immer noch erheblicher Aufarbeitungsbedarf. Erste lokale Forschungsansätze zur Zwangsarbeit in Bad Dürkheim und anderen pfälzischen Gemeinden miteinander zu verknüpfen und möglicherweise zu erweitern, ist das Ziel des neuen Forschungsprojekts.

Eingeladen sind besonders all jene Personen, die in der Pfalz beziehungsweise in Bad Dürkheim und Umgebung eventuell noch selbst von NS-Zwangsarbeit betroffen waren oder von dieser als Zeitzeugen berichten können. Ebenso willkommen sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, die Kontakte zu Betroffenen haben sowie historische Dokumente und Fotos zum Thema Zwangsarbeit besitzen, die sie der Forschung zur Verfügung stellen möchten. Anmeldungen sind bis zum 22. April möglich unter forschung-zwangsarbeit@bv-pfalz.de oder Telefon 0631 89290338. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung findet unter den dann gültigen Hygieneregeln statt.

Vor dem Lager „Biebermühle“ bei Pirmasens: Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen 1942/43
(Foto: Striemann, Lichtbildwerkstätte Pirmasens; Privatarchiv Bernd Stephan)


Mutmaßliche sowjetische Zwangsarbeiterinnen: Abtransport nach Deutschland, 1942/43
(Foto: Stadtarchiv Ludwigshafen)

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Quelle Text/Bild:
Bezirksverband Pfalz
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Bismarckstraße 17
67655 Kaiserslautern

www.bv-pfalz.de

Kaiserslautern, 05.04.2022

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