Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und Gespräch beim Polizeipräsidium Westpfalz

Bundeskanzler Olaf Scholz besucht Rheinland-Pfalz

Bei seinem Besuch am 18. März in Rheinland-Pfalz traf Bundeskanzler Olaf Scholz zusammen mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer Forscherinnen und Forscher im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern und Polizistinnen und Polizisten im Polizeipräsidium Westpfalz.

Dazu sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Die beiden Orte hat sich Bundeskanzler Olaf Scholz ganz bewusst ausgesucht. Der brutale Mord an einem Polizeibeamten und einer Polizeianwärterin am 31. Januar in Kusel hat die Polizeifamilie und die gesamte Gesellschaft tief erschüttert. Es war dem Bundeskanzler ein persönliches Anliegen, vor Ort mit den betroffenen Kolleginnen und Kollegen zusammen zu kommen, sich mit ihnen über die Ereignisse auszutauschen, ihnen persönlich seine Anteilnahme auszusprechen und zu versichern, wer die Polizei angreift, greift uns alle an. Unsere Polizisten und Polizistinnen gewährleisten und verteidigen unsere Sicherheit und Ordnung und sichern damit unser freiheitliches und friedliches Zusammenleben als Gesellschaft mit hohem persönlichen Einsatz und Engagement und auch unter Einsatz ihres Lebens.“



Bundeskanzler Olaf Scholz zeigte sich tief beeindruckt und bewegt von den Schilderungen der überwiegend sehr jungen Polizeikräfte über ihren Einsatz und die Fahndung nach der brutalen Tötung ihrer Kollegin und ihres Kollegen. „Als Bundeskanzler und auch als ehemaliger Innensenator bin ich sehr stolz auf unsere Polizei. Sie leisten Enormes. Dafür danke ich Ihnen von Herzen.“

An dem Termin nahmen neben Bundeskanzler Olaf Scholz und Ministerpräsidentin Malu Dreyer auch Innenminister Roger Lewentz und Polizeipräsident Michael Denne teil. Bundeskanzler Olaf Scholz trug sich in die Kondolenzbücher für die getötete Polizistin und den getöteten Polizisten ein.

Innenminister Roger Lewentz ergänzte: „Die Tat in der Nähe von Kusel ist bis heute absolut unbegreiflich. Ich bin dem Bundeskanzler sehr dankbar, dass er sich im Austausch mit der Polizei speziell für die Situation der Kolleginnen und Kollegen in der Westpfalz, aber auch insgesamt am aktuellen Polizeialltag sehr interessiert gezeigt hat. Die vergangenen zwei Jahre der Pandemie haben auch für die Polizei neue Herausforderungen mit sich gebracht. Die immer wieder und immer häufiger durchgeführten Protestmärsche der Maßnahmenkritiker und Corona-Leugner waren und sind teils verbunden mit verbalen als auch tätlichen Angriffen auf Polizeibeamtinnen und -beamte. Wir alle, Bund wie Land, sind uns einig darin: Wer die Polizei angreift, greift uns alle an. Deshalb begegnen wir dieser nicht tolerierbaren Verrohung gemeinsam und entschlossen“.

Polizeipräsident Michael Denne sagte, wie dankbar das Polizeipräsidium für den Besuch des Kanzlers sei. „Dass Sie trotz der schwierigen weltpolitischen Lage zu uns gekommen sind, um uns ihr Mitgefühl auszudrücken und mit uns ins Gespräch zu kommen, ist ein Zeichen der Wertschätzung an die gesamte Polizei.“

Zuvor besuchte Bundeskanzler Olaf Scholz bereits das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und ließ sich im Beisein von Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Wissenschaftsminister Clemens Hoch von DFKI-CEO Prof. Antonio Krüger und Standortdirektor Prof. Andreas Dengel Einblicke in die Arbeit des Instituts in den Räumlichkeiten der SmartFactory geben. Dazu zählte neben ausgewählten Beispielen aus den DFKI-TransferLabs auch die Vorführung des AScore-Pandemie-Cockpits zur Pandemiesimulation auf lokaler Ebene sowie eines Body-Sensornetzwerks zur Reduktion körperlicher Belastungen am Arbeitsplatz.

Das AScore-Pandemie Cockpit befasst sich mit der Frage, wie die Wissenschaft Kommunen dabei unterstützen kann, Entscheidungen zum Beispiel zu Erforderlichkeit und Nutzen von Zugangsbeschränkungen, Kosten von Testungen oder Empfehlungen zu Booster-Impfungen zu treffen.

Mit einem Body-Sensornetzwerk können körperliche Belastungen am Arbeitsplatz, zum Beispiel durch Fehlbelastungen oder eine ungünstige Köperhaltung, identifiziert und verbessert werden.

Hierzu erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Ein zentrales politisches Thema unserer Zeit ist die Digitalisierung und die damit verbundene Modernisierung sowohl des Staates, der Wirtschaft wie auch des gesellschaftlichen Lebens. Das DFKI in Rheinland-Pfalz ist seit mehr als 30 Jahren die führende wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Wir haben in und um Kaiserslautern ein starkes KI-Cluster und eine ambitionierte KI-Strategie für Rheinland-Pfalz. Wir sind natürlich besonders stolz, dass wir hier aus Rheinland-Pfalz auch entscheidende Impulse für die Umsetzung der KI-Strategie der Bundesregierung geben können und dem DFKI sowohl beim Transfer von Forschungsergebnissen in die industrielle Praxis als auch bei der Qualifizierung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine zentrale Rolle zukommt.“

Wissenschaftsminister Clemens Hoch ergänzte: „Mit der Unterstützung der Gründung des DFKI in Kaiserslautern vor rund 30 Jahren hat das Land schon sehr frühzeitig die zukünftige Bedeutung von Künstlicher Intelligenz erkannt. Sie kann unserer Wissenschaft, unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft viele großartige Verbesserungen ermöglichen und wertvolle Beiträge zur Lösung unserer großen gesellschaftlichen Herausforderungen leisten; beispielsweise beim Klima- und Umweltschutz, in der Pandemiebekämpfung oder mit Beiträgen zur Entwicklung neuer Diagnose- und Therapieformen zur Bekämpfung schwerwiegender Erkrankungen wie Krebs.“

Rheinland-Pfalz habe sich auf diesem Gebiet über die Jahre hinweg erfolgreich auf die ersten Ränge gearbeitet.

Prof. Dr. Antonio Krüger, Vorsitzender der DFKI-Geschäftsführung, sagte: „Der Besuch des Bundeskanzlers ist ein deutliches Zeichen, dass die Weiterentwicklung der KI am Standort Deutschland weiterhin ein zentrales Anliegen der Regierung ist – auch wenn Krisen das Thema zuletzt überschattet haben. Teil unserer Mission ist es, verlässliche und vertrauenswürdige KI aus Deutschland und Europa im internationalen Wettbewerb ganz vorne zu platzieren. Wir freuen uns, dass wir heute auf höchster Ebene aufzeigen konnten, wie wir diese Herausforderung in Zusammenarbeit mit Bund, Ländern, unseren Gesellschaftern und Industriepartnern angehen und wie wir diesen Weg weiter ambitioniert gestalten wollen.“

Prof. Dr. Andreas Dengel, Geschäftsführender Direktor des DFKI in Kaiserslautern und KI-Botschafter des Landes Rheinland-Pfalz, ergänzte: „Der nachhaltige Transfer von Forschungsergebnissen ist die Basis für die Integration nutzbringender Technologien in die Gesellschaft. Dabei ist erfolgreicher Transfer keine Einbahnstraße, sondern lebt von der engen Zusammenarbeit und einem vitalen Ökosystem aus Forschung und Anwendung. Heute konnten wir anhand ausgewählter praktischer Beispiele zeigen, wie es gelingt, mit Künstlicher Intelligenz auch die kognitive Arbeit der Menschen zu verbessern, und wie KI dabei helfen kann, große gesellschaftliche Herausforderungen, wie eine Pandemie und den Klimawandel besser zu meistern. Der Besuch des Bundeskanzlers, der Ministerpräsidentin und des Wissenschaftsministers unterstreicht die Relevanz der KI-Forschung. Wir betrachten ihn als große Wertschätzung der Forschungs- und Transferleistungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, nicht nur am Standort Kaiserslautern, sondern im gesamten DFKI.“

Hintergrund:
Spitzenleistung und wirtschaftsnahe Wertschöpfung mit gesellschaftlicher Wertschätzung. Das DFKI forscht seit über 30 Jahren an KI für den Menschen und orientiert sich an gesellschaftlicher Relevanz und wissenschaftlicher Exzellenz in den entscheidenden zukunftsorientierten Forschungs- und Anwendungsgebieten der Künstlichen Intelligenz. In der internationalen Wissenschaftswelt zählt das DFKI zu den wichtigsten „Centers of Excellence“. Aktuell forschen ca. 1.360 Mitarbeitende aus über 65 Nationen an innovativen Software-Lösungen. Das Finanzvolumen lag 2020 bei 64,6 Millionen Euro. Über 100 Spin-Offs sind aus dem DFKI hervorgegangen. Mehr als die Hälfte davon sind aktuell als eigenständige Unternehmen aktiv. Viele weitere wurden von etablierten Unternehmen übernommen und bereichern deren Produktportfolio mit innovativen KI-Technologien aus dem DFKI.

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Mainz, 18.03.2022