KSK – Schwimmsportklub: Stellungnahme zum Plan von OB Weichel die Freibäder nicht zu öffnen

Herausforderungen sind dazu da, dass wir uns Ihnen stellen und Lösungen finden. Die Freibäder der Stadt nicht zu öffnen, ist eine Vogel-Strauß-Strategie: wir stecken den Kopf in den Sand, bis alles vorbei ist…

Die Stadt Kaiserslautern steht vor der großen Herausforderung, wie dieser Sommer für die Bürgerinnen und Bürger aussehen soll. Sicherlich ist es nicht die Aufgabe der Stadt, meinen Urlaub zu planen. Wenn allerdings klar ist, dass in diesem Jahr kaum jemand in Urlaub fahren kann, dann ist auch die Stadt in der Pflicht, den Lautrern diesen Sommer so erträglich wie möglich zu machen.



Dazu gehört auch, dass die Freibäder der Stadt geöffnet werden müssen. Selbstverständlich sind die Kosten, die durch die Vorgaben von Bund und Land zu stemmen sind, nicht zu vernachlässigen. Aber der OB nimmt mit seinem Vorschlag leichtfertig in Kauf, dass die Frage der Erholung in diesem Sommer wieder eine Frage des Geldbeutels wird. Wer kann, fährt in die umliegenden Freibäder in Trippstadt, Rodenbach,… Wer dies finanziell nicht leisten kann, weil er seit Wochen in Kurzarbeit ist und das Geld vorne und hinten nicht reicht, muss zuhause bleiben und die Kinder noch sechs Wochen länger vor dem Fernseher parken… Verantwortungsvolle Sozialpolitik sieht meiner Meinung nach anders aus.

Dabei gibt es sogar eine hervorragende städtische Vorlage, wie die Öffnung der Freibäder im Sommer unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln möglich sein könnte: auf der Eisbahn wird seit vielen Jahren erfolgreich ein System praktiziert, das sich problemlos übertragen ließe. Dort gibt es Laufzeiten von 2 Stunden, nach denen die Eisfläche wieder erneuert werden muss. Das System funktioniert einwandfrei – die Akzeptanz ist hervorragend. Warum kann ein solches System nicht auch in diesem außergewöhnlichen Sommer auf die Freibäder übertragen werden. Es gibt ausnahmsweise in diesem Jahr keine Tageskarten, sondern nur noch 2-Stunden-Karten. Nach 2 Stunden müssen alle Besucherinnen und Besucher das Bad verlassen, damit das Reinigungsteam alles für die nächste Besucherschar vorbereiten kann. Vielleicht ist es sogar möglich, die erste Schicht am Morgen und die letzte am Abend auf anderthalb Stunden zu verkürzen, um in dieser Zeit den Stammgästen, die täglich ihre 1000m oder eine Stunde schwimmen, ihre Trainingseinheit zu gönnen. Auf diese Art könnten anfangs täglich immerhin 1500 Gäste in den Bädern begrüßt werden, und vielleicht werden die Vorgaben ja im Laufe des Sommers auch noch weiter gelockert.

Für den Kaiserslauterer Schwimmsportklub wäre es eine Katastrophe, wenn die Freibäder nicht öffnen könnten. Über 300 Aktive aller Altersgruppen warten seit zwei Monaten darauf, beim Schwimmtraining, Wasserball oder Synchronschwimmen endlich wieder ins Wasser eintauchen zu können. Das Sommertrainingslager mit unserer Wettkampfmannschaft im vereinseigenen Schwimmerheim könnte in diesem Jahr nicht stattfinden. Damit wäre auch die Vorbereitung für die kommende Saison frühzeitig beendet. Die größte Gefahr, die von Corona ausgeht, besteht aktuell nicht darin, dass unser Verein in eine finanzielle Schieflage gerät, sondern darin, dass die Hygieneregeln und die Einschränkungen bei der Bädernutzung es schlichtweg unmöglich machen, unseren Sport in der gewohnten Weise zu treiben. Aktive, die zur Passivität gezwungen sind, werden sich früher oder später nach einer anderen Sportart umschauen. Schade, dass unsere Stadtoberen diesen Trend verstärken. Fast hat man schon wieder das Gefühl, dass dies für die Stadtführung ein willkommener Anlass ist, um im Schatten der Coronakrise die ungeliebte Frage der zwei Freibäder ein für allemal zu beantworten. Aus Sicht des KSK ist die Antwort klar: eine Stadt wie Kaiserslautern braucht dringend zwei Freibäder – und erst recht in diesem Jahr!

Thilo Vollrath
1. Vorsitzender des Kaiserslauterer Schwimmsportklub 1911 e.V.

Quelle Text/Bild:
Kaiserslauterer Schwimmsportklub 1911 e.V.
Entersweilerstr. 35
67657 Kaiserslautern

www.ksk1911.de/

Kaiserslautern, 14.05.2020