Alfi – zweite Luchs-Freilassung

Die Patenschaften für den 13. Luchs im EU LIFE Luchs Projekt der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz hat die HIT Stiftung übernommen.
Ebenso wie der bereits am Dienstag morgen freigelasse-ne Luchs Wrano war Alfi als Waise vom Nationalen Zoo Bojnice aufgenommen und in der abseits gelegenen, großzügigen Auffangstation aufgepäppelt worden. Die beiden jungen Männchen sind keine Geschwister, son-dern stammen aus unterschiedlichen Würfen. Die Freilas-sung von Alfi war aufgrund eines nicht funktionierenden Sendehalsbands um einen Tag verschoben worden. Solange wurde der Kuder in dem extra im Rahmen des EU LIFE-Projektes errichteten Luchs-Auffanggehege bei der Tier- und Artenschutzstation von VIER PFOTEN in Maß-weiler untergebracht. Gestern wurde das GPS-Sendehalsband ausgetauscht und Alfi in den Abendstun-den in den Pfälzerwald bei Waldleiningen freigelassen. Die Bewegungen des gut 16 kg schweren Luchses kön-nen nun mit Hilfe der Daten des Sendehalsbandes beo-bachtet, die erfolgreiche Jagd dokumentiert und seine Revierfindung begleitet werden.
Christoph Heider von der HIT Umweltstiftung zeigte sich beeindruckt vom Engagement aus der Region für das Wiederansiedlungsprojekt „Dieser Einsatz im Pfälzerwald ist gleichzeitig ein Einsatz für das langfristige Überleben dieser Art in West-und Mitteleuropa.“
Mit Alfi konnte der siebte Luchse aus der Slowakei dank der guten Zusammenarbeit mit den slowakischen Natur-schutz- und Veterinärbehörden sowie dem Nationalen Zoo Bojnice freigelassen werden. Das Wiederansiedlungspro-jekt wird von der Slowakei mit insgesamt 10 Luchsen unterstützt.

Hintergrund
Mithilfe des europäischen Förderprogramms LIFE-Natur führt die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz mit ihren Projektpartnern Landesforsten Rheinland-Pfalz, SYCOPARC in Frankreich sowie dem WWF das Projekt zur Wiederansiedlung der Luchse durch. Das Vorkommen kann zum Schutz und Erhalt einer Art beitragen, die in Europa nur mehr in wenigen Rückzugsgebieten vor-kommt und in Zentral- und Westeuropa als gefährdet ein-zustufen ist. Das Projekt ist im Januar 2015 gestartet. Die Umsetzung der Maßnahmen ist über einen Zeitraum von sechs Jahren (bis 2020) vorgesehen. Naturschutzexper-ten der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) haben die Konzeption geprüft und sehr positiv bewertet. Die Wiederansiedlung der Luchse wird mit 50% durch das EU LIFE-Programm gefördert und hat ein Ge-samtvolumen von 2,75 Mio. €. Neben der Stiftung und ihren Projektpartnern beteiligen sich das Land Rheinland-Pfalz, die Deutsche Wildtier Stiftung, die Landesverbände von NABU und BUND, die HIT Umweltstiftung sowie wei-tere Förderer an der Finanzierung des Vorhabens. Die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz unterhält ein Projektbüro in der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) in Trippstadt.
Mehr Informationen zum LIFE Luchs Projekt Pfälzerwald der Stiftung und ihren Projektpartnern gibt es im Internet unter http://www.luchs-rlp.de. Speziell für Tierhalter ist hier auch ein Informationsfaltblatt im Bereich „Nutztiere & Luchs“ zu finden.

Bild Copyrights: © Corne-lia Arens KLICKFaszination / SNU RLP

Quelle Text/Bild:
EU-Projekt LIFE Luchs Pfälzerwald
Projektbüro LIFE Luchs
c/o FAWF
Hauptstraße 16
67705 Trippstadt

www.luchs-rlp.de

Kaiserslautern, 13.09.2018